In China arbeiten Beschäftigte der Spielzeugfabriken bis zur Erschöpfung

Kritik an Spielzeugfabriken: Beschäftigte in China arbeiten bis zur Erschöpfung

Überstunden und miserable Arbeitsverhältnisse: Einer Studie zufolge müssen chinesische Arbeiter oft unter schlimmen Bedingungen arbeiten.

Unternehmen spielten die Zulieferfabriken mit Preisdruck gegeneinander aus, heißt es im „Toys Report“, den die Christliche Initiative Romero in Nürnberg und Münster veröffentlichte. Das führe zur Ausbeutung der Arbeitskräfte.

Die Menschenrechtsorganisation stützt sich auf Erkenntnisse verdeckter Ermittler zwischen April und September in vier Fabriken, in denen unter anderem die Feuerwehrmann-Sam-Figuren oder Schleich-Tiere vom Band laufen. Um das Spielzeug herzustellen, machten Arbeiterinnen in China in den untersuchten Fabriken demnach 80 bis 175 Überstunden pro Monat. Dies sei ein klarer Rechtsverstoß. Es fehle Schutzkleidung für Beschäftigte, die mit giftigen Chemikalien in Berührung kommen oder unter hohem Lärm- und Staubpegel arbeiten müssen.

Arbeiterinnen hätten Blankoverträge unterschreiben müssen, die ihnen nicht erklärt wurden. In den Fabrikunterkünften fanden die Ermittler den Angaben zufolge Zimmer, in denen bis zu zehn Personen übernachten mussten. Aus den Duschen kam nur kaltes Wasser. In einer der Fabriken hatten die Arbeiterinnen im August 175 Überstunden und nur einen einzigen freien Tag. Die Berechnung der Löhne in den Fabriken ist für die Arbeiterinnen oft nicht nachvollziehbar.

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Die Organisation „Worker Empowerment“ hat laut dem Bericht 2017 ausgerechnet, dass ein Existenzlohn für einen Haushalt in der Provinz Guangdong bei umgerechnet circa 879 bis 955 Euro liegen müsste. In der Realität betrage der Basislohn aber höchstens 255 Euro. In der Hochsaison hätten die Arbeitnehmer daher keine andere Wahl als übermäßig viele Überstunden zu leisten, um wenigsten auf 382 bis 573 Euro zu kommen.

Die Romero-Initiative mit Sitz in Münster kritisiert, dass der Druck auf die Spielzeugfabriken in China jedes Jahr größer werde. Die Auftragsunternehmen verlangten immer höhere Produktionsquoten und niedrigere Preise. Spielzeugfirmen müssten endlich Verantwortung für die Zustände in ihren Zulieferfabriken übernehmen und unabhängigen Kontrollen zustimmen, fordert die Menschenrechtsorganisation. Sie ist Mitgründerin der europäischen „Fair Toys Coalition“.

(özi/epd)
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