Keine Vene gefunden Hinrichtung von Serienmörder in Idaho abgebrochen

Boise · Thomas Eugene Creech befindet sich seit 1974 in Haft. Kaum jemand sitzt in den USA so lange im Todestrakt wie er. Jetzt sollte er hingerichtet werden, doch das tödliche Medikament konnte ihm nicht verabreicht werden.

Die Idaho Maximum Security Institution, in der Thomas Eugene Creech hingerichtet werden sollte (Symbolbild).

Die Idaho Maximum Security Institution, in der Thomas Eugene Creech hingerichtet werden sollte (Symbolbild).

Foto: AP/Kyle Green

Die Hinrichtung eines seit knapp 50 Jahren inhaftierten Serienmörders in den USA ist am Mittwoch gescheitert. Die zuständigen Sanitäter hätten es auch nach sieben oder acht Versuchen nicht geschafft, einen intravenösen Zugang bei Thomas Eugene Creech zu legen, um das tödliche Medikament zu verabreichen, teilte die Gefängnisleitung mit. Die Gefängnisbehörde wollte ihre weiteren Schritte prüfen. Der Anwalt von Creech beantragte einen weiteren Aufschub der Hinrichtung.

Eine Liege mit dem festgeschnallten Creech wurde um 10.00 Uhr Ortszeit in den Raum geschoben. Um 10.58 Uhr brach der Gefängnisleiter die Exekution ab. In dieser Zeit versuchten die Sanitäter offenbar, sowohl in der Armbeuge als auch an den Händen, bei seinen Knöcheln und an seinen Füßen eine Vene zu finden. Zwischenzeitlich musste einer der Sanitäter sogar aus der Hinrichtungskammer gehen, um neues Material zu holen. Die Exekution wurde daraufhin abgebrochen.

Der 73 Jahre alte Creech sitzt bereits so lange im Todestrakt wie kaum ein anderer Häftling in den USA. Er war bereits lebenslang im Gefängnis, als er 1981 einen Mithäftling ermordete und dafür zum Tode verurteilt wurde.

Creech ist zudem wegen fünf weiteren Morden in drei US-Staaten verurteilt worden. Er wird verdächtigt, mindestens sechs weitere Morde begangen zu haben. Im Gefängnis Idaho Maximum Security Institution ist er heute als allgemein gutmütiger, in die Jahre gekommener Häftling bekannt, der Poesie mag. Gefängnismitarbeiter und der Richter, der ihn zum Tode verurteilt hatte, haben sich hinter ein Gnadengesuch Creechs gestellt, mit dem er kürzlich scheiterte.

Sein vermeintlich letztes Essen war Hühnchen mit Kartoffelbrei, Soße sowie Eis als Nachspeise. Den Dienstagabend verbrachte er mit seiner Frau.

Creechs Anwälte hatten in den vergangenen Monaten bei mehreren Gerichten Berufung gegen die Hinrichtung eingelegt. Seine Exekution wäre die erst in Idaho seit zwölf Jahren.

(esch/dpa)
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