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Hurrikan "Maria" gewinnt in Karibik wieder an Stärke

Kurs auf Bahamas : Hurrikan "Maria" gewinnt in Karibik wieder an Stärke

Keine Verschnaufpause für die Karibik in Sicht: Der zerstörerische Hurrikan "Maria" nimmt nun Kurs auf die Turks- und Caicoinseln und den Südosten der Bahamas. Im Westen Puerto Ricos droht nach dem Sturm ein Staudamm einzubrechen.

Das Nationale Hurrikanzentrum der USA (NHC) stufte den vorübergehend etwas abgeschwächten Wirbelsturm am Donnerstagabend als Hurrikan der Kategorie drei auf der fünfstufigen Saffir-Simpson-Skala ein. Er soll Windgeschwindigkeiten von bis zu 205 Stundenkilometern erreichen. Das Zentrum warnte vor starken Regenfällen und Erdrutschen.

Teile der Dominikanischen Republik meldeten Überschwemmungen. Auch in Puerto Rico, wo "Maria" zuvor gewütet hatte, blieb die Lage angespannt. Das US-Territorium sei "völlig zerstört" worden, sagte US-Präsident Donald Trump. Gouverneur Ricardo Rossello sprach von einer großen Katastrophe und verhängte eine nächtliche Ausgangsperre bis Samstag.

Auf der Karibikinsel sollen Regen und Überschwemmungen die Not der Menschen verschärfen. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums könnte in einigen Gebieten am Freitag mehr als ein Meter Regen fallen. Erschwert wird die Situation, weil "Maria" die Stromversorgung und das Kommunikationsnetz auf der Insel lahmgelegt hat.

Im Westen der Insel ist ein Staudamm akut gefährdet. Die Regierung des US-Außengebietens forderte die Bewohner zweier Städte in der Nähe des Guajataca-Rückhaltebeckens am Freitag auf, ihre Häuser so schnell wie möglich zu verlassen. Die Situation sei extrem gefährlich weil der Damm nachgebe und Wasser zu Tal schieße, sagte ein Beamter des Nationalen Wetterdienstes.

Allein in Puerto Rico starben mindestens 13 Menschen, sagte Ricardo Rossello, Gouverneur des US-Außengebiets, am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) dem Sender CNN. Dies seien jedoch nur grobe Schätzungen, fügte er hinzu; "derzeit konzentrieren wir unsere Bemühungen darauf, sicherzustellen, dass alle in Sicherheit sind". Schon in der Nacht seien 700 Menschen vor Überflutungen gerettet worden, sagte Rossello und warnte erneut vor lebensgefährlichen Schlammlawinen. Nach Berichten über Plünderungen galt bis Samstag eine zwölfstündige nächtliche Ausgangssperre.

Auf der zum Großteil zerstörten und von der Außenwelt abgeschnittenen Insel Dominica traf inzwischen erste, sehnlich erwartete Hilfe ein: Am Donnerstag erreichte ein französisches Kriegsschiff mit Rettungsteams, Hubschraubern, 40 Tonnen Wasser und weiterem dringend benötigten Material Dominica. Dort kamen mindestens 33 Menschen ums Leben.

Vor "Maria" hatte "Irma" in der Karibik und in Florida schwere Zerstörungen angerichtet. Viele Wissenschaftler vermuten, dass schwere Wirbelstürme wie "Maria", "Irma" und davor "Harvey" aufgrund des Klimawandels an Intensität zunehmen.

An der Stärke des Sturms dürfte sich nach Einschätzung des NHC in den kommenden Tagen kaum etwas ändern. Das Festland der USA dürfte "Maria" demnach aber voraussichtlich nicht heimsuchen

(REU/AFP/AP/veke/oko)