Hurrikan "Dorian" richtet schwere Schäden auf den Bahamas an

Gefahr noch nicht vorbei : Hurrikan „Dorian“ wütet seit Sonntag auf den Bahamas

Der Hurrikan „Dorian“ hat nach Schätzung des Roten Kreuzes bis zu 13 000 Häuser auf den Bahamas schwer beschädigt oder zerstört. Inselbewohner filmten, wie „Dorian“ Dächer wegriss, Autos herumwirbelte und Stromleitungen zerstörte.

Der Wirbelsturm „Dorian“ hat am Montag die Bahamas aufgeschreckt. Nach Angaben des nationalen Hurrikanzentrums der USA schwächte sich der Sturm leicht auf die Kategorie vier ab. Laut Videos von Inselbewohnern riss „Dorian“ Dächer weg, wirbelte Autos aufs Dach und zerstörte Stromverbindungen. Bis zu 13 000 Häuser wurden beschädigt oder zerstört, schätzt das Rote Kreuz. Für die Insel Grand Bahama wurden für den Verlauf des Montags weitere Schäden erwartet.

Nach ersten Einschätzungen vor Ort seien zudem Brunnen auf den Abaco-Inseln durch Überschwemmungen mit Salzwasser verunreinigt worden. Es herrsche daher ein dringender Bedarf an sauberem Wasser - ebenso wie an Unterkünften und Gesundheitsversorgung.

Obgleich es noch nicht möglich sei, sich ein vollständiges Bild zu machen, sei es klar, dass der Sturm „katastrophale Auswirkungen“ habe, hieß es vom Chef des IFRC-Notfalleinsatzzentrums, Sune Bulow.

„Wir wollen, dass sie sich in Sicherheit bringen“, sagte der Staatsminister von Grand Bahama, Kwasi Thompson. „Es werden weitere zehn bis zwölf Stunden sein, in denen wir damit bombardiert werden.“ Thompson sagte, man erhalte Notrufe über steigende Fluten. Rettungskräfte könnten aber bei dem schlechten Wetter nicht nach draußen. „Sie sind bereit, in diese Gegenden zu gehen, sobald das Wetter nachlässt“, sagte er.

Am Sonntag hatte „Dorian“ Abaco Island verwüstet. Betroffene riefen bei Radiosendern an und suchten auf sozialen Medien nach ihren Lieben. „Wir haben katastrophalen Schaden hier in Abaco erlitten“, sagte das Parlamentsmitglied Darren Henfield zu Reportern. Behördenvertreter hätten noch keine Informationen dazu, was mit nahe gelegenen kleinen Inseln, sogenannten Cays, passiert sei. „Beten Sie weiter für uns“, bat Henfield.

Der Inselverwalter für Grand Bahama, Don Cornish, sagte der Nachrichtenagentur AP, Behördenvertreter hätten viele Anrufe von Personen erhalten, die wegen überfluteter Häuser in Not geraten seien.

Touristenhotels schlossen, Bewohner sicherten ihre Häuser mit Brettern. Viele Bewohner werden aber vermutlich obdachlos werden.

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 297 Kilometern pro Stunde und Böen von bis zu 354 Kilometern pro Stunde war „Dorian“ am Sonntag der stärkste Hurrikan, der seit 1935 am Atlantik auf Land traf.

Nach Angaben des Hurrikanzentrums wird der Sturm der Ostküste von Florida von Montagabend bis Mittwochabend „gefährlich nahe“ kommen. Behörden erwarten, dass der Sturm noch an der Ostküste der USA auf Land treffen könnte.

Die mittlere Ostküste Floridas könne am Montagnachmittag oder -abend von einem „kurzen Tornado“ heimgesucht werden, warnte das Hurrikanzentrum.

Große Teile der Südostküste der USA wurden evakuiert. Das gesamte Ufer der Staaten South Carolina und Georgia sowie Teile der Küste Floridas sollten geräumt werden. Der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, ordnete eine Zwangsevakuierungsanordnung für rund 830 000 Bewohner an. Damit die Menschen sich ins Inland bewegen können, sollten große Fernstraßen auf allen Spuren nur in eine Richtung befahrbar gemacht werden.

(anst/dpa)
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