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Überschwemmungen durch Taifun: Hunderttausende Philippiner fliehen vor "Rammasun"

Überschwemmungen durch Taifun : Hunderttausende Philippiner fliehen vor "Rammasun"

Rund 300.000 Menschen haben sich am Dienstag auf den Philippinen vor dem Taifun "Rammasun" in Sicherheit gebracht. Der Wirbelsturm traf am Abend im Nordosten des Inselstaats auf Land, wo er Überschwemmungen verursachte.

Berichte über Todesopfer gab es zunächst nicht. Allerdings galten drei Fischer in der Provinz Catanduanes als vermisst. "Ramassun" traf mit Windgeschwindigkeiten von 130 Stundenkilometern in der Provinz Albay auf Land. Er bewegte sich in Richtung Nordwest fort und wird voraussichtlich am Mittwochmorgen die Zwölf-Millionen-Einwohner-Hauptstadt Manila erreichen.

Nähere Angaben zum Ausmaß der Schäden sind wohl erst nach Tagesanbruch am Mittwoch möglich. Die Bürgermeisterin von Polangui, Cherilie Mella Sampa, schätzte, dass mehr als die Hälfte der 15.000 bis 20.000 Häuser in ihrer Stadt beschädigt oder vom Wind davongetragen worden sein könnten. Sie habe gesehen, wie Strompfosten umgestürzt seien und der Wind die Dächer von Häusern weggeweht habe. Straßen seien durch umgekippte Bäume blockiert.

Erst im November waren bei dem tödlichen Taifun "Haiyan" im Zentrum des Landes mehr als 6300 Menschen ums Leben gekommen. Noch immer gelten 1000 Menschen als vermisst.

Die Menschen in Küstenregionen, in denen Überflutungen und Erdrutsche befürchtet wurden, retteten sich wegen "Rammasun" in höher gelegene Gebiete. In Albay, das rund 340 Kilometer südöstlich von Manila liegt, hatte es wiederholt große Naturkatastrophen gegeben. Schlammlawinen des Vulkans Mayon hatten während eines Taifuns 2006 ganze Dörfer unter sich begraben. 1600 Menschen kamen damals ums Leben.

Viele Einwohner der Gegend erinnerten sich an die früheren Katastrophen und hätten auf Anweisung der Behörden das Gebiet rasch verlassen, sagte Alexander Pama, Direktor des philippinischen Katastrophenschutzes. In einigen Gegenden wurde vorsorglich der Strom abgestellt. In mehreren Städten fiel die Schule aus. Etwa 50 Inlandsflüge und vier internationale Verbindungen wurden wegen des Wetters gestrichen.

(ap)