Nach fast fünf Monaten Autoren-Streik in Hollywood endet – Vorstand nimmt neuen Vertrag an

Los Angeles · Fast fünf Monate streikten Hollywoods Autoren - nun können sie die Arbeit wieder aufnehmen. Der Vorstand der Autorengewerkschaft hat einem neuen Vertrag zugestimmt. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

 In Hollyword streikten Autoren.

In Hollyword streikten Autoren.

Foto: dpa/Jae C. Hong

Nach fast fünf Monaten ist der Streik der Drehbuchautoren in Hollywood beendet. Die Vorstandsmitglieder der Gewerkschaft Writers Guild of America (WGA) hätten der vorläufigen Einigung mit den großen Studios und Streaming-Anbietern zugestimmt, gab die WGA am Dienstagabend bekannt. Ab Mitternacht durften Drehbuchautoren wieder die Arbeit aufnehmen. Anfang Oktober müssen die WAG-Mitglieder allerdings noch dem neuen Vertrag per Votum zustimmen.

Die auf drei Jahre angelegte Vereinbarung beinhaltet erhebliche Verbesserungen in Kernbereichen, für die die Drehbuchautoren in den Arbeitskampf eingetreten waren: mehr Gehalt, bessere Konditionen bei Vertragslaufzeiten, Anpassungen beim Umfang des Personals und ein Rahmenwerk für den Umgang mit künstlicher Intelligenz beim Schreiben von Drehbüchern. Auch wenn die Zustimmung der Gewerkschaftsmitglieder noch aussteht, dürfen die Autorinnen und Autoren nun ihre Arbeit wieder aufnehmen, wie die WAG mitteilte.

Die Late-Night-Talkshows, die als erste vom Streik der Autoren ab dem 2. Mai betroffen waren, sind wahrscheinlich die ersten Sendungen, die wieder starten werden. Die Wiederaufnahme von Serien wird länger dauern, weil die Schauspielerinnen und Schauspieler immer noch streiken und noch keine Verhandlungen in Sicht sind.

Die Gewerkschaft hatte je nach Rang des Autors Mindeststeigerungen bei den Gehältern und den künftigen Einnahmen aus den Shows zwischen 5 und 6 Prozent gefordert. Die Studios hatten zwischen 2 und 4 Prozent angeboten. Als Kompromiss wurde eine Erhöhung zwischen 3,5 und 5 Prozent vereinbart. Die Gilde handelte auch neue Zahlungen auf Grundlage der Popularität von Streaming-Sendungen aus, ein Vorschlag, den die Studios zunächst abgelehnt hatten. Viele Autoren hatten beklagt, dass an der Entwicklung von äußerst beliebten Angeboten mitgewirkt hätten, dafür aber nicht angemessen bezahlt worden seien.

Die Gewerkschaft setzte sich auch mit der Forderung durch, dass für Sendungen, die mindestens 13 Episoden umfassen, mindestens sechs Autoren beschäftigt werden müssen, wobei sich die Zahl der Autoren je nach Anzahl der Episoden ändert. Ihr Wunsch nach einer garantierten Anzahl von sechs Autoren für Serien, die noch nicht in Auftrag gegeben wurden, wurde dagegen nicht erfüllt; stattdessen wurden drei Autoren garantiert. Im Bereich Künstliche Intelligenz erhielten die Autoren die Regulierung und Kontrolle über die aufkommende Technologie, die sie sich gewünscht hatten.

Mehr als 11 500 Mitglieder der Writers Guild hatten Anfang Mai die Arbeit niedergelegt. Ihnen schlossen sich im Juli Schauspieler der Gewerkschaft SAG-AFTRA an, die vorerst weiterstreiken.

Streikende Schauspieler zeigten sich am Dienstag beflügelt von der Einigung der Drehbuchautoren. „Für eine Sekunde dachte ich wirklich, dass dies bis zum nächsten Jahr dauern würde“, sagte Marissa Cuevas, die in TV-Serien wie „Kung Fu“ und „The Big Bang Theory“ auftrat. „Zu wissen, dass zumindest einer von uns ein gutes Angebot bekommen hat, gibt mir viel Hoffnung, dass wir auch ein gutes Angebot bekommen werden.“

Die Alliance of Motion Picture and Television Producers, die die Studios in den Verhandlungen vertritt, hatte sich dafür entschieden, zuerst mit den länger streikenden Autoren zu verhandeln. Führende Vertreter der SAG-AFTRA sagten, sie hätten bisher keine Angebote zur Wiederaufnahme der Gespräche erhalten.

(ldi/dpa)
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