Höhle in Thailand: Gerettete Jungen haben an Gewicht verloren, sind aber wohlauf

Höhlendrama von Thailand: Gerettete Jungen haben an Gewicht verloren, sind aber wohlauf

Den aus einer Höhle im Norden Thailands befreiten Jungen geht es nach Angaben der Gesundheitsbehörden relativ gut. Die Regierung des Landes bedankt sich derweil bei den Rettern und Helfern.

Die in einer gewagten Rettungsaktion aus einer teils überfluteten Höhle in Nordthailand befreiten Jungen hätten zwar während ihres mehr als zwei Wochen langen Martyriums in der Grotte an Gewicht verloren, jedoch Wasser gehabt und „sich gut um sich gekümmert“, sagte ein Gutachter der Gesundheitsbehörden, Amtsarzt Thongchai Lertwilairatanapong.

Er hob bei einer Pressekonferenz am Mittwoch im Krankenhaus in Chiang Rai ihren „sehr guten mentalen Zustand“ hervor: „Das ist wahrscheinlich deshalb, weil sie die ganze Zeit gemeinsam als ein Team verbrachten, wo einer dem anderen hilft“, sagte er.

„Alle von ihnen sind bei guter körperlicher Gesundheit, ohne irgendein Fieber oder schwere Infektionen. Nur drei von ihnen haben leichte Lungenentzündungen“, sagte Thongchai. Die ganze Gruppe - zwölf Jungen im Alter zwischen 11 und 16 und ihr 25-jähriger Trainer - würden bis zu eine Woche im Krankenhaus bleiben, um ihre weitere Behandlung sicherzustellen.

Demnach erlitt einer der jungen Leute, die beim letzten Rettungseinsatz aus der Höhle geholt wurden, eine leichte Lungeninfektion. Das gleiche Leiden haben zwei von vier Jungen, die zuerst ins Freie gelangt waren. Die Kranken müssten in den nächsten sieben Tagen Medikamente einnehmen, sagte Thongchai.

Erfahrene Taucher hatten die zwölf Jungen und ihren Trainer über drei Tage hinweg aus der Höhle in der Provinz Chiang Rai geholt - am Dienstag fand die riskante Mission ein glückliches Ende.

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Die Jungen im Alter zwischen elf und 16 Jahren und ihr 25-jähriger Coach waren am 23. Juni bei einer Erkundungstour in dem weit verzweigten Höhlensystem von plötzlichem Starkregen überrascht worden. Die Eingänge wurden teils überschwemmt, die Gruppe wurde eingeschlossen.

Derweil bedankte sich die Regierung des Landes bei den Rettern und Helfern. Die Bemühungen der Regierungsbehörden, die Hilfe der Beteiligten aus dem In- und Ausland sowie moralische Unterstützung hätten den Rettungseinsatz für die zwölf Jungen und ihren Fußballtrainer zum Erfolg gemacht, sagte Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha am Mittwoch in einer Fernsehansprache.

Der Regierungschef wies auch auf den Tod eines Tauchers hin, der vergangene Woche beim Auffüllen von Lufttanks in der Höhle umgekommen war. Er werde nicht in Vergessenheit geraten, sagte Chan-o-cha.

Unterdessen wurde bekannt, dass der australische Arzt Richard Harris, der nach dem Höhlendrama in Thailand als Held gefeiert wird, kurz nach der Rettung aller Kinder seinen Vater verloren hat. Täglich legte der Anästhesist aus Adelaide zuletzt den gefährlichen, vier Kilometer langen unterirdischen Weg zurück, um den Gesundheitszustand der jungen Fußballer zu untersuchen. Am Dienstag dann starb Harris' Vater - unmittelbar nach dem umjubelten Ende der Mission, wie der Chef des Südaustralischen Rettungsdienstes via Twitter mitteilte. Harris werde jetzt heimreisen und eine wohlverdiente Auszeit bei seiner Familie bekommen.

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(das/AP/dpa)