Hitze 2018 in Europa: Portugal rechnet mit Spitzentemperatur von 47 Grad

Europa schwitzt : Portugal rechnet mit Spitzentemperatur von 47 Grad

Die Sommerhitze hat Europa fest im Griff. Nicht nur im Süden werden neue Rekordtemperaturen erwartet, auch der Norden erlebt ungewöhnliche Wärme - mit Folgen für die Umwelt.

Auf der Iberischen Halbinsel steuert die sommerliche Hitzewelle auf ihren Höhepunkt zu. Heiße Luftmassen aus Afrika ließen die Temperaturen in den kommenden Tagen steigen, erklärten die Behörden in Spanien und Portugal am Donnerstag. In der Spitze könnten in Südportugal am Wochenende bis zu 47 Grad erreicht werden (alle Infos zur Hitzewelle bei uns im Liveblog).

Zunächst gingen die Wetterdienste von etwa 44 Grad in der portugiesischen Stadt Evora aus, rund 130 Kilometer östlich von Lissabon, genauso wie in der spanischen Provinz Badajoz auf der anderen Seite der Grenze. Die portugiesischen Behörden haben landesweite Hitzewarnungen herausgegeben, das gleiche taten ihre Kollegen in 40 der 50 spanischen Provinzen. In Portugal wurde zusätzlich vor Staub aus der Sahara gewarnt.

Die Spitzentemperatur von 47 Grad wird am Samstag in der portugiesischen Ortschaft Beja erwartet. Danach soll es dann den Meteorologen zufolge wieder etwas kühler werden.

Im hohen Norden Europas haben die Rekordtemperaturen Auswirkungen auf die Geologie. Wissenschaftler erklärten, die Wärme lasse einen Gletscher am Kebnekaise schmelzen, dem mit 2111 Metern höchsten Berg Schwedens. Der Gletscher bilde darum nicht länger die höchste Erhebung des Landes. Gunhild Rosqvist, Professorin für Geologie, erklärte, der Gletscher habe im Juli rund vier Meter Schnee verloren. Der vergangene Monat war auch in Schweden sehr warm; es kam zu Dutzenden Waldbränden, sogar am Polarkreis.

In Osteuropa stiegen die Temperaturen auf bis zu 34 Grad. Die polnischen Kraftwerke liefen auf Hochtouren, um den gestiegenen Strombedarf durch die Nutzung von Klimaanlagen und Ventilatoren zu decken. Die Behörden in Warschau rieten den Menschen, lieber drinnen zu bleiben. Entlang der Ostsee wurden zahlreiche Badeverbote verhängt, weil sich Algen stark vermehrt haben.

Die Europäische Union bot den Bauern, die unter der Trockenheit leiden, Hilfe an. Die Bauern könnten auf mindestens 70 Prozent der Gelder aus dem Fonds für ländliche Entwicklung bereits ab Mitte Oktober und nicht erst ab Dezember zugreifen, erklärte die EU-Kommission am Donnerstag. Auch die Zugangsvoraussetzungen wurden gelockert. So darf Ackerland, das eigentlich brach liegen müsste, nun doch genutzt werden, um Viehfutter anzubauen.

(wer/dpa)