Rettungsteams nach Nias geflogen Hilfsmaßnahmen für Erdbebenopfer laufen an

Köln/Tokio (rpo). Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben in Indonesien läuft die internationale Hilfe an. Mehrere Organisationen starteten Aktionen für die betroffenen Inseln Nias und Simeulue. Japan kündigte darüber hinaus an, Notärzte sowie Hilfsgüter im Wert von rund 108.000 Euro zu entsenden.

 Die ersten Hilfsgüter sind bereits in der Region eingetroffen.

Die ersten Hilfsgüter sind bereits in der Region eingetroffen.

Foto: AFP

Australien stellte nach eigenen Angaben 600.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung. Die USA prüften nach Angaben von Präsident George W. Bush Hilfseinsätze für das Erdbebengebiet. Auch Deutschland und die EU boten Indonesien Unterstützung an.

Hubschrauber des UN-Welternährungsprogramms WFP brachten Bergungs- und Rettungsteams auf die am schwersten betroffene Insel Nias. Das Kinderhilfswerk UNICEF stellte für obdachlos gewordene Familien auf der Insel Hilfsgüter aus seinen Vorräten in Jakarta und Banda Aceh zur Verfügung. Laut UNICEF benötigen die Menschen dringend Medikamente, Wasserbehälter, Kochgeschirr und Plastikplanen für behelfsmäßige Unterkünfte. Das Hilfswerk verschiffte bereits zwei Wasseraufbereitungsanlagen nach Nias.

Auf der Nachbarinsel Simeulue wurden nach Angaben der Hilfsorganisation CARE rund zehn Prozent aller Gebäude zerstört. Genaue Opferzahlen gibt es demnach noch nicht, aber Tausende der 78.000 Inselbewohner wurden obdachlos. Auch das seit Januar bestehende CARE-Büro wurde durch das neuerliche Beben zerstört - die 20 einheimischen Mitarbeiter blieben unverletzt. Aus einem Lager seien erste Verbandsmaterialien sowie Hilfsgüter und Nahrungsmittel verteilt worden, berichtete die Hilfsorganisation in Banda Aceh. Voraussichtlich werde Trinkwasser vor Ort ein Hauptproblem werden, hieß es. Die Hilfsorganisation verteile in den kommenden Tagen Trinkwasseraufbereitungssysteme, die verseuchtes Wasser innerhalb von zwei Stunden trinkbar machen.

DRK investierte seit Weihnachten 24 Millionen Euro

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) berichtete unterdessen, dass es seit dem schweren Tsunami an Weihnachten rund 24 Millionen Euro Hilfsgelder in Südasien investiert habe. Weitere 60 Millionen Euro seien verplant, unter anderem für eine Blutbank in der indonesischen Provinz Aceh sowie den Aufbau von Abwasserkanalisation, sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters am Mittwoch im ZDF. Insgesamt habe man mehr als 100 Millionen Euro Spenden erhalten. Das Geld werde "präzise und mit so wenig Verwaltungsaufwand wie möglich dort eingesetzt, wo die Spender das von uns auch zu Recht erwarten können", sagte Seiters.

Der DRK-Präsident kritisierte zugleich, dass in der Krisenregion viele kleine ausländische Hilfsorganisationen auf eigene Faust arbeiteten, "so dass wir in der Vergangenheit manches Chaos erlebt haben". Alleine in Sri Lanka hätten 1.200 Nicht-Regierungs-Organisationen um Arbeitserlaubnis gebeten. Deshalb sei es sehr wichtig, dass die Hilfsmaßnahmen abgestimmt würden. Darum kümmerten sich das Internationale Rote Kreuz und die Vereinten Nationen, sagte Seiters.

(ap)
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