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Hagia Sophia: Vom Museum zur Moschee - Erdogan will am Freitag mit Gläubigen beten

Nach Umwandlung zur Moschee : Erdogan will mit Gläubigen in Hagia Sophia beten

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und rund 500 gläubige Muslime wollen am Freitag erstmals in der zur Moschee umgewandelten Hagia Sophia in Istanbul zu Gebeten zusammenkommen. Der Aufwand war enorm, Straßen rund um das Gebäude wurden abgesperrt.

Nach Angaben der Behörden sollten bis zu 17 000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein. Am Donnerstag wurden noch drei Imame für die Hagia Sophia ernannt, unter ihnen Mehmet Boynukalin, ein Professor für Islamisches Recht an der Marmara-Universität. Der Leiter der türkischen Religionsbehörde, Ali Erbas, gab auch die Namen von fünf Muezzins bekannt, die Muslime künftig zum Gebet in die Hagia Sophia rufen sollen.

Erdogan hatte das Bauwerk aus dem 6. Jahrhundert im Zentrum Istanbuls nach einer Gerichtsentscheidung vor zwei Wochen per Erlass wieder zur Moschee erklärt.

Die Hagia Sophia galt als größte und bedeutendste Kathedrale der Christenheit, ehe sie nach der Eroberung Konstantinopels (heute Istanbul) durch die Osmanen im Jahr 1453 unter Sultan Mehmet II. zur Moschee wurde. Der türkische Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk, der eine säkular orientierte Türkei erschaffen wollte, betrieb die Umwandlung der Moschee in ein Museum im Jahr 1934. Es wurde ein Jahr später eröffnet. Die Hagia Sophia war 86 Jahre lang ein Museum bis zur Entscheidung des Obersten Verwaltungsgerichts am 10. Juli. Christen, westliche Staaten und Kulturinstitutionen kritisierten die Umwandlung scharf.

(ahar/dpa)