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Grubenunglück Türkei: Behörden sollen hohe Giftgas-Werte ignoriert haben

Grubenunglück in der Türkei : Betreiberfirma soll hohe Giftgas-Werte ignoriert haben

Wenige Tage vor dem verheerenden Grubenunglück in der Türkei sollen Sensoren auf hohe Giftgas-Werte in der Kohlemine hingedeutet haben. Die Betreiber des Bergwerks hätten jedoch nichts unternommen.

Dies geht aus Datenmaterial hervor, das die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte, wie "Hürriyet" und andere türkische Zeitungen berichteten. Vertreter der Betreiberfirma hätten deswegen jedoch nichts unternommen. Am Montag wurden zwei weitere Personen im Zusammenhang mit dem tödlichen Zwischenfall in der Stadt Soma festgenommen.

Eine Quelle für den Bericht wurde nicht genannt. Allerdings hatten Bergarbeiter der Nachrichtenagentur AP gesagt, ihre Vorgesetzten hätten steigende Gaswerte ignoriert und keine Vorsichtsmaßnahmen ergriffen.

Bei einem Feuer in dem Kohlebergwerk waren am vergangenen Dienstag 301 Menschen getötet worden. Die meisten derOpfer starben an giftigen Gasen, die durch den Brand freigesetzt wurden.

Mit den Festnahmen vom Montag steigt die Zahl der Verdächtigen, denen eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung droht, auf fünf. Am Sonntagabend hatte die Staatsanwaltschaft offiziell drei mutmaßliche Verantwortliche beschuldigt, unter anderen den Betriebsleiter des Bergwerks.

(ap)