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Waldbrände wüten in Südeuropa: Griechischer Badeort evakuiert

Waldbrände wüten in Südeuropa : Griechischer Badeort evakuiert

In Griechenland haben am Donnerstag mehrere Waldbrände getobt. Am schlimmsten betroffen war die östliche Landzunge der Halbinsel Chalkidiki im Norden des Landes. Dort mussten mehrere Ortschaften und kleinere Hotels in der Ferienstadt Ouranoupolis vorübergehend geräumt werden, teilte die Feuerwehr mit. Die Regionalverwaltung rief den Notstand für das Gebeit aus. Auch im Nachbarland Bulgarien loderten die Flammen weiter.

In Griechenland hat der Brand nach Schätzungen der örtlichen Behörden rund 250 Hektar Wald und landwirtschaftlich genutztes Land zerstört. Das Feuer war am Mittwoch in der Kloster-Region Berg Athos aus bislang unbekannten Gründen ausgebrochen. "Wir konnten heute morgen wegen des Rauchs kaum atmen", sagte ein Urlauber aus Ouranoupolis im Fernsehen. Dicke braun-graue Rauchwolken waren bis in der rund 40 Kilometer westlich liegenden Hafenstadt Thessaloniki zu erkennen, berichteten Augenzeugen.

"Es ist eine bedrohliche Rauchsäule, die wir im Osten sehen. Die ist kilometerhoch", sagte Panagiotis Kaparos aus Thessaloniki der Nachrichtenagentur dpa am Morgen. Die Lage hatte sich nach Medienberichten am Donnerstagnachmittag etwas entspannt. Die Flammen loderten aber noch im Waldgebiet nördlich von Ouranoupolis.

Ein anderer Großbrand auf der Halbinsel Peloponnes konnte unter Kontrolle gebracht werden. Dort waren am Dienstag und Mittwoch sieben Menschen verletzt worden. In weiten Teilen des Landes herrsche extreme Trockenheit. Allein am Mittwoch waren in ganz Griechenland rund 100 Waldbrände ausgebrochen.

In Bulgarien wüteten auch am Donnerstag mehrere Feuer. In der südlichen Region Haskowo brannte ein großer Laubwald, berichtete das staatliche Radio in Sofia. Das Feuer wurde von einer weggeworfenen Zigarette ausgelöst. Ein weiterer Waldbrand loderte im Raum Jambol im Südosten des Landes. Das unzugängliche Gelände sowie starke Winde bei Temperaturen um 35 Grad behinderten die Löscharbeiten.

WWF: Fast immer Menschen an Bränden schuld

Die verheerenden Feuer in den Wäldern Südeuropas sind nach Angaben des Umweltorganisation WWF nahezu immer von Menschen ausgelöst worden. Zwar begünstige die extreme Hitze die Feuer im Mittelmeerraum, sagte WWF-Waldexperte Philipp Göltenboth am Donnerstag in Berlin. Von Portugal bis Griechenland zeige sich aber, dass 96 Prozent aller Feuer von unachtsamen Menschen verursacht würden. Glasscherben von weggeworfenen Flaschen, die wie Brenngläser wirken, Zigarettenstummel oder außer Kontrolle geratene Feuer auf Feldern zählten zu den häufigsten Brandursachen. In Italien zündelten Brandstifter häufig im Auftrag krimineller Bodenspekulanten.

(dpa)