Französisches AKW Bugey: Greenpeace-Aktivist entert Reaktor

Französisches AKW Bugey: Greenpeace-Aktivist entert Reaktor

Ein Greenpeace-Aktivist ist am Mittwochmorgen mit einem Motor-Gleitschirm in den Hochsicherheitsbereich des französischen Atomkraftwerks Bugey eingedrungen. Der Mann konnte nach Angaben der Umweltschutzorganisation ungehindert Rauchbomben auf einem der 900-Megawatt-Reaktoren absetzen und landete anschließend auf dem Gelände der Anlage.

Die Aktion demonstriere die Anfälligkeit der französischen Atomkraftwerke für Angriffe aus der Luft, kommentierte Greenpeace. Im Gegensatz zur Situation in Deutschland spielten mögliche Flugzeugabstürze nicht einmal in Stresstests eine Rolle. Eine jüngst von einem britischen Experten erstellte Studie zeige die enormen Risiken.

Der Kraftwerksbetreiber EDF bezeichnete den Vorfall in der rund 40 Kilometer von Lyon entfernten Anlage als unkritisch. "Die Sicherheit der Anlagen war zu keiner Zeit infrage gestellt", teilte der Energiekonzern mit. Der Eindringling sei sofort entdeckt und festgenommen worden.

Weitere Aktion in Civaux

  • Hintergrund : Der Stand der deutschen Atomkraftwerke im April 2012

Einem weiteren Atomkraftgegner ist es am Mittwoch gelungen, in eine Nuklearanlage einzudringen. Der Mann habe es an den Sicherheitsleuten am Eingang des westlich gelegenen Atomkraftwerkes Civaux vorbei geschafft, teilte die Polizei mit. "Er hat das Vorfahren eines Lieferwagens ausgenutzt, um sich der Kontrolle der Wachen zu entziehen", hieß es. Der Mann wurde nach rund einer Stunde festgenommen.

Bei dem Eindringling handelt es sich um Hervé Couasnon, der in Frankreich als "kletternder Poet" bekannt ist und 2002 in der Nationalversammlung trotz aller Sicherheitsvorkehrungen ganz nah an Ex-Premierminister Jean-Pierre Raffarin herangekommen war. Couasnon informierte telefonisch die Nachrichtenagentur AFP, dass es ihm gelungen sei, in die Atomanlage vorzudringen: "Ich bin drinnen, ich habe mich in einem Gebüsch versteckt", sagte er AFP. Er wolle damit die Aufmerksamkeit der Präsidentschaftskandidaten Nicolas Sarkozy und François Hollande auf die Probleme in Frankreich lenken.

(dpa/AFP)