„Grande America“: Vor Frankreich gesunkener Frachter hatte Gefahrgut an Bord

Havarie der „Grande America“: Vor Frankreich gesunkener Frachter hatte Gefahrgut an Bord

Nicht nur die Angst vor einer Ölpest an der Atlantikküste macht den Franzosen nach einer Schiffshavarie Sorgen. An Bord des Frachters sollen auch Gefahrgut-Container gewesen sein.

Das vor der französischen Atlantikküste gesunkene Frachtschiff hatte Gefahrgut an Bord. Der Inhalt von 45 Containern werde als gefährlich eingestuft, teilte die zuständige französische Seepräfektur am Mittwoch in Brest mit. Außerdem seien rund 2200 Tonnen Schweröl auf dem Schiff gelagert gewesen, berichtete der Sender Franceinfo. Der französische Präfekt Jean-Louis Lozier erläuterte nicht, um welche Art von Gefahrgut es sich handelt. Ein Risiko gehe derzeit vor allem von dem Öl aus, betonte er. Wegen des Windes aus westlicher Richtung sei "in einigen Tagen" eine Verschmutzung an der französischen Atlantikküste zu befürchten.

Die „Grande America“ war am Dienstag nach einem mehrtägigen Brand gesunken. Das Feuer war bereits am Sonntag ausgebrochen und hatte sich am Dienstag noch verstärkt. Das 214 Meter lange Schiff, das in Hamburg losgefahren war, habe zuletzt stark zur rechten Seite geneigt. Der unter italienischer Flagge fahrende Frachter sank etwa 333 Kilometer von der französischen Küste entfernt in der Biskaya.

Umweltminister François de Rugy hatte bereits nach dem Unglück vor einer möglichen Meeresverschmutzung gewarnt. Nach Angaben der Präfektur waren 27 Menschen an Bord des Schiffes, sie wurden vom britischen Kriegsschiff „HMS Argyll“ gerettet. Das Schiff war auf dem Weg nach Casablanca in Marokko. Wie es zu dem Brand gekommen war, blieb zunächst offen.

(felt/dpa/AFP)
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