Grand Jury wirft Harvey Weinstein Vergaltigung vor

Vorwürfe gegen Hollywood-Mogul : Grand Jury klagt Weinstein wegen Vergewaltigung an

Die Ermittlungen gegen den Ex-Filmproduzenten aus Hollywood gehen einen juristischen Schritt weiter: Eine Grand Jury hat die Sex-Vorwürfe geprüft. Weinsteins Anwalt weist die Anschuldigungen nach wie vor zurück.

Der einstige Hollywood-Mogul Harvey Weinstein (66) ist am Mittwoch von einer Grand Jury in New York wegen sexueller Übergriffe angeklagt worden. Das Gremium wirft dem Filmproduzenten Vergewaltigung und erzwungenen Oralsex vor. Die Vorwürfe entsprechen der Anklage, die die Staatsanwaltschaft vor einer Woche gegen Weinstein vorgebracht hatte.

Mit der Grand-Jury-Entscheidung sei man dem Ziel nähergekommen, den Angeklagten für seine Gewaltvergehen zur Rechenschaft zu ziehen, erklärte Staatsanwalt Cyrus Vance. Die Ermittlungen gegen Weinstein dauerten an, so der Staatsanwalt, er fordere "weitere Überlebende und andere mit relevanten Informationen" auf, sich zu melden.

Eine Grand Jury besteht aus zwölf bis 23 Bürgern. Sie wird eingeschaltet, um vorliegende Beweise in möglichen Verbrechensfällen zu prüfen und zu entscheiden, ob Anklage erhoben werden soll. Besteht nach Auffassung der Grand Jury kein hinreichender Tatverdacht, wird das Verfahren eingestellt. Grand Juries gibt es auf Bundesebene und in den meisten Bundesstaaten. Sie sind aber nur in rund der Hälfte der Bundesstaaten obligatorisch. Das Verfahren erfolgt hinter verschlossenen Türen.

Anwalt rechnet vor Gericht mit Freispruch

Weinsteins Anwalt Ben Brafman erklärte am Mittwoch, sein Mandant werde auf nicht schuldig plädieren. Er weise die "unbegründeten Anschuldigungen entschieden zurück". "Wir werden uns bald formell dafür einsetzen, dass die Anklage fallengelassen wird, und sollte dieser Fall tatsächlich vor Gericht kommen, rechnen wir mit einem Freispruch für Herrn Weinstein", erklärte Brafman. Eine Aussage vor der Grand Jury lehnt Weinstein auf Rat seiner Anwälte ab. Diese hatten Vance vorgeworfen, sich politischem Druck zu beugen.

Die ersten Vorwürfe gegen Weinstein waren im Oktober bekannt geworden. Inzwischen werfen ihm mehr als hundert Frauen, darunter zahlreiche Stars wie Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow vor, sie sexuell belästigt oder vergewaltigt zu haben. streitet die Vorwürfe. Nach Weinsteins Darstellung war der Sex immer einvernehmlich. Der Staatsanwaltschaft zufolge geht es um Vorfälle aus den Jahren 2013 und 2004. Die Ermittlungen liefen seit Monaten. Gegen Zahlung einer Millionen-Kaution war der Produzent auf freien Fuß gesetzt worden, er muss aber ein Überwachungsgerät tragen. Die nächste Gerichtsanhörung soll am 30. Juli stattfinden.

(juju/dpa/afp)