Grammys 2019: Lady Gaga heimst drei der begehrten Awards ein

Grammy Awards 2019: Lady Gaga heimst drei begehrte Musikpreise ein

Für Lady Gaga könnte es kaum besser laufen: Für den Song „Shallow“ aus dem Musikfilm „A Star Is Born“ bekam sie zwei goldene Grammophone überreicht, für „Joanne“ einen weiteren. Michelle Obama legte gleich zum Auftakt den Überraschungsauftritt des Abends hin.

Lady Gaga zählt zu den großen Gewinnern bei der diesjährigen Verleihung des wichtigsten Musikpreises der Welt. Sie heimste drei der begehrten Grammy-Statuen ein, und das gleich für zwei Songs. Mit ihrem Song „Joanne (Where Do You Think You're Goin'?)“, den sie in Erinnerung an ihre verstorbene Tante geschrieben hatte, räumte sie die Auszeichnung für die beste Pop-Solo-Darbietung ab. Gemeinsam mit Schauspieler und Regisseur Bradley Cooper gewann sie mit dem Song „Shallow“ aus dem Musikfilm „A Star Is Born“ für die beste Pop-Duo-Darbietung. Und bei einer vor der Hauptshow abgehaltenen Zeremonie, an der sie nicht teilnahm, war sie unter den Gewinnern der Auszeichnung für den besten Song für visuelle Medien, ebenfalls für „Shallow“. Diesen Grammy teilt sie sich mit den Co-Songschreibern Mark Ronson, Andrew Wyatt und Anthony Rossomando.

Unter Tränen nahm Gaga am Sonntag bei der 61. Verleihung der Grammy-Musikpreise im Staples Center in Los Angeles die Trophäe für „Shallow“ entgegen. Ihr Dank gelte Mit-Hauptdarsteller Cooper, der aktuell in England für die Verleihung der britischen Filmpreise Bafta weile, sagte die Sängerin und Schauspielerin. Zudem fand die 32-Jährige in ihrer Rede ermutigende Worte für Kollegen mit psychischen Problemen. Sie sei stolz darauf, in einem Film mitgewirkt zu haben, in dem die Problematik thematisiert werde. Künstler hätten oft mit psychischen Leiden zu kämpfen. An die Adresse der Musiker im Publikum sagte Gaga zudem: „Wenn ihr leidet, versucht den Mut aufzubringen, tief einzutauchen“.

Die Chancen, dass ihr Song „Shallow“ demnächst noch einmal ausgezeichnet wird, stehen gut. Das Stück ist für eine Trophäe für den besten Originalsong bei den Oscars nominiert - und der Musikfilm „A Star Is Born“ selbst in etlichen anderen Kategorien, darunter bester Film.

Riesenapplaus für Michelle Obama

Die frühere First Lady Michelle Obama hat mit einem Überraschungsauftritt für Furore gesorgt. Kurz nach Beginn des Spektakels erschien die Ehefrau von Ex-Präsident Barack Obama unangekündigt auf der Bühne und wurde mit großem Jubel begrüßt.

Michelle Obama würdigte die Rolle, die Musik in ihrem Leben gespielt habe: "Musik hat mir immer geholfen, meine Geschichte zu erzählen. Und ich weiß, das trifft für jeden hier zu". Bei ihrem kurzen Auftritt stand die frühere First Lady Seite an Seite mit der R&B-Sängerin und diesjährigen Grammy-Moderatorin Alicia Keys sowie den Sängerinnen und Schauspielerinnen Lady Gaga, Jennifer Lopez und Jada Pinkett Smith.Alle fünf Frauen priesen die Kraft der Musik. "Man hat mir gesagt, ich sei verrückt (...). Aber die Musik hat mir gesagt, nicht auf sie zu hören", sagte Lady Gaga.

Song und Aufnahme des Jahres für Childish Gambino

Der Rapper Childish Gambino ist mit einem Grammy für den besten Song des Jahres für sein politisch aufgeladenes Stück "This Is America" ausgezeichnet worden. Mit dem Preis für den Song des Jahres wird die Leistung des Komponisten geehrt - es handelt sich um einen der begehrtesten der insgesamt 84 Grammys. Das gleichnamige Album räumte ebenfalls einen der begehrten Musikpreise ab.

"This Is America" ist stilistisch ein Mix aus Gospel und Trap (ein Sub-Genre des Hip-Hop), inhaltlich setzen sich der Song und das dazugehörige Video mit Rassismus und Schusswaffengewalt in den USA auseinander. Auch für den Clip wurde Childish Gambino geehrt - mit dem Preis für das beste Musikvideo des Jahres. Das Video wurde bereits fast 500 Millionen Mal auf der Onlineplattform YouTube angeklickt.

Childish Gambino - das Rap-Pseudonym des Schauspielers Donald Glover - war allerdings bei der Grammy-Show nicht anwesend. Es war möglicherweise ein Zeichen für die schwierige Beziehung zwischen den Grammy-Veranstaltern und der Rap- und Hip-Hop-Szene, die sich in der Vergangenheit bei den Preisvergaben nicht genügend berücksichtigt fühlte.

Erster Grammy für Ariana Grande

Die Sängerin Ariana Grande hat in Abwesenheit ihren ersten Grammy gewonnen. Sie bekam den Musikpreis am Sonntag in der Kategorie bestes Popalbum für „Sweetener“ und setzte sich damit gegen Taylor Swift, Kelly Clarkson, Pink, Shawn Mendes und Camila Cabello durch. Grande nahm nicht an der Zeremonie teil. Sie schrieb bei Twitter, dass ihr Grammy-Erfolg „wild und wunderschön“ sei. „Ich weiß, dass ich heute Abend nicht da bin (vertraut mir, ich habe es versucht und wünschte noch immer wirklich, dass es funktioniert hätte, um ehrlich zu sein)“, teilte Grande mit.

Grande hatte sich nach einem öffentlichen Streit mit dem Produzenten der Grammy-Fernsehshow, Ken Ehrlich, gegen eine Teilnahme an der Zeremonie entschieden. Grande warf ihm vor, über Gespräche mit ihr über einen Auftritt auf der Veranstaltung gelogen zu haben. Ehrlich sagte der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag, Grande habe Produzenten gesagt, sie habe nicht genug Zeit, um sich vorzubereiten.

Soundgarden-Legende Cornell posthum ausgezeichnet

Der verstorbene Rocksänger Chris Cornell hat posthum einen Grammy gewonnen. Seine Tochter Toni und sein Sohn Christopher holten am Sonntag den Preis für den besten Rockmusik-Beitrag für Cornells Song „When Bad Does Good“ ab. Die Aufnahme war im Rahmen eines Albums nicht veröffentlichter Musik im vergangenen Jahr herausgegeben worden. Cornell, bekannt als Sänger von Soundgarden und Audioslave sowie als Solo-Künstler, starb 2017 im Alter von 52 Jahren. Sein Tod wurde als Selbstmord eingestuft.

Toni Cornell hielt den Grammy, während ihr Bruder eine Rede hielt. Er sagte dem Publikum, die Stimme seines Vaters sei „seine Vision“ gewesen, „und seine Musik war sein Frieden“. Toni Cornell sagte hinter der Bühne, sie vermisse ihren Vater noch immer „so sehr“. „Wir haben ihn so hart arbeiten sehen. Er arbeitete immer an seiner Musik und sie war einfach seine Leidenschaft.“

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(sbl/dpa)
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