Gouverneur warnt vor "Irma": Alle Einwohner Floridas sollen sich für Evakuierung bereit halten

Floridas Gouverneur : "Alle Einwohner sollen sich für Evakuierung bereit halten"

Unter dem Eindruck des heranrückenden Hurrikans "Irma" hat der Gouverneur von Florida an sämtliche Einwohner des Bundesstaats appelliert, sich für eine mögliche Evakuierung zu wappnen. Das würde mehr als 20 Millionen Menschen betreffen.

Die gesamte Bevölkerung von Florida solle darauf vorbereitet sein, "bald" ihre Wohngebiete zu verlassen, erklärte Gouverneur Rick Scott am Freitag. Bislang betreffen die Anordnungen der regionalen Behörden in Florida für die obligatorische Evakuierung nicht den gesamten Bundesstaat, sondern nur diverse Küstenregionen. Auch im weiter nördlich gelegenen US-Bundesstaat Georgia wurde die Evakuierung von Teilen der Küste angeordnet. Von den bisherigen Evakuierungsanordnungen in beiden Bundesstaaten sind insgesamt mehrere hunderttausend Einwohner betroffen.

Auf den Straßen von Florida bildeten sich Staus, während die Bewohner versuchten, vor "Irma" zu fliehen. Mindestens 31.000 Menschen verließen die Inselkette Florida Keys. Der Sturm sei breiter als Florida, sagte Scott weiter. "Egal, an welcher Küste Sie leben, seien Sie bereit für eine Evakuierung", sagte er seiner Bevölkerung. Die Auswirkungen könnten lebensbedrohlich sein. Schulen und Universitäten wurden bis einschließlich Montag geschlossen.

US-Präsident Donald Trump riet seinen Landsleuten, "Irma" aus dem Weg zu gehen, wenn sie es können. "Hurrikan "Irma" ist von epischem Ausmaß, vielleicht größer als was wir je gesehen haben", twitterte er.

Die Meteorologen erwarten, dass "Irma" am Samstag auf die Südküste von Florida prallen wird. Das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA stufte den über die Karibik hinwegziehenden Wirbelsturm zwar am Freitag auf die zweithöchste Stufe vier herab, nannte ihn aber weiterhin "extrem gefährlich". "Irma" zog demnach mit Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern in Richtung Florida.

Als Wirbelsturm der höchsten Kategorie fünf mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Stundenkilometern hatte "Irma" zuvor schwere Zerstörungen auf mehreren Karibikinseln angerichtet. Mittlerweile sind 20 Menschen dem Hurrikan zum Opfer gefallen. Vier weitere Todesfälle wurden am Freitag von den Britischen Jungferninseln gemeldet. Neun Tote waren auf den französischen Karibikinseln St. Martin und St. Barths gefunden worden, vier auf den Amerikanischen Jungferninseln und jeweils einer auf den Inseln Anguilla und Barbuda sowie der niederländischen Seite von St. Martin, St. Maarten.

Derweil wird der Hurrikan "Jose" gefährlicher. Das Hurrikanzentrum der USA in Miami stufte "Jose" am Freitagvormittag in der zweithöchsten Kategorie vier ein. Der Sturm erreicht Spitzenwindgeschwindigkeiten von 240 Kilometern pro Stunde und ist damit ein extrem gefährlicher Hurrikan, wie das Zentrum mitteilte. "Jose" bewegt sich derzeit im Atlantik mit 26 Km/H in Richtung West-Nordwest und könnte am Samstag bis in die Nähe der nördlichen Kleinen Antillen wandern.

(felt)
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