Gewalt im Kongo: UN vermuten Verbrechen gegen Menschlichkeit

Ethnische Gewalt im Kongo : UN sehen Anzeichen für Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Im Kongo ist es in den letzten Jahren zu vielen Fällen ehtnischer Gewalt gekommen. Die UN fordert ein Ende des Konflikts.

Bei einem gewaltsamen Konflikt zwischen ethnischen Gruppen im Nordosten Kongos ist es nach UN-Angaben möglicherweise zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit gekommen. Bei den Kämpfen in der Provinz Ituri von Dezember 2017 bis September 2019 wurden mehr als 700 Menschen getötet und mindestens 168 verletzt. Dabei wurden Mitglieder der Hirtengemeinschaft der Hema vor allem von Angehörigen der Ackerbauerngemeinschaft der Lendu ins Visier genommen, wie Ermittlungen des UN-Menschenrechtsbüros ergaben.

Mindestens 142 Menschen seien Opfer sexueller Gewalt geworden. Bewaffnete Lendu-Gruppen hätten sich zu Angriffen auf die Hema und andere ethnische Gruppen wie die Alur verabredet, heißt es in dem UN-Bericht. Ziel sei gewesen, die Kontrolle über Land und Ressourcen zu erlangen. Die Provinz Ituri ist reich an Bodenschätzen.

Die Angriffe seien mit großer Grausamkeit ausgeführt worden. So seien Frauen und Kinder mit Macheten geköpft worden, Opfern seien Körperteile als Kriegstrophäen entfernt worden. Die Angreifer hätten den Hema-Gemeinden ein dauerhaftes Trauma zufügen und sie zur Flucht zwingen wollen, heißt es weiter. Die dokumentierte Gewalt enthalte vermutlich Elemente von Verbrechen gegen die Menschlichkeit – „Mord, Folter, Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt, Plünderung und Verfolgung“.

Die UN riefen die kongolesischen Behörden auf, sich der Ursachen des Konflikts anzunehmen und die Präsenz staatlicher Institutionen und der Streitkräfte in der Region zu verstärken. Zudem forderten die UN unabhängige Ermittlungen.

Bereits von 1999 bis 2004 war es zwischen Lendu und Hema zu Kämpfen gekommen, bei denen Tausende Menschen ihr Leben verloren. Bis heute halten sich deshalb UN-Friedenstruppen in der Region auf.

(dpa)