1. Panorama
  2. Ausland

Gericht zwingt Russin nach Flucht wieder in Coronavirus-Quarantäne

Nach Flucht : Gericht zwingt Russin wieder in Coronavirus-Quarantäne

Nach einer China-Reise klagte eine Frau in Russland über Halsschmerzen. Sie wurde in Corona-Quarantäne untergebracht, floh aus der Unterbringung. Jetzt wurde sie wieder in die Quarantäne-Station zurückgebracht. Mit erheblichem Aufwand.

Eine Frau, die im nordrussischen St. Petersburg aus der Coronavirus-Quarantäne ausgebrochen war, ist per Gerichtsentscheid zurück in die Klinik zwangseingewiesen worden. Sie wurde am Montag gegen ihren Willen mit einem Krankenwagen direkt vom Gerichtsgebäude zur Isolierstation gebracht, wie lokale Medien berichteten. Die Maßnahme galt lediglich bis Mittwoch.

Die 32-Jährige hatte vor anderthalb Wochen in der Klinik das elektronische Schloss einer Tür geknackt und war aus dem Gebäude geflohen. Die Chefärztin hatte daraufhin das Gericht eingeschaltet. Russische Medien sprachen von einer beispiellosen Entscheidung, weil niemand gegen seinen Willen in Quarantäne gestellt werden dürfe. In dem Gerichtssaal trug niemand eine Schutzmaske.

Die Frau hatte nach einer China-Reise über Halsschmerzen geklagt. Obwohl bei ihr nach eigenen Angaben kein Sars-CoV-2 festgestellt wurde, sollte sie vorsorglich zwei Wochen zur Beobachtung in der Klinik bleiben, um mögliche Ansteckungen zu vermeiden.

Die russischen Behörden sind wegen der Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit Covid-19 im Nachbarland China nervös. In Russland sind bislang zwei Fälle nachgewiesen worden. Die russische Verbraucherschutzbehörde teilte am Montag mit, dass im äußersten Osten des Landes mehr als 500 Chinesen unter ärztlicher Beobachtung stünden.

(mja/dpa)