Kalifornien: Gefährliche Luftverschmutzung nach Waldbränden

Kalifornien : Gefährliche Luftverschmutzung nach Waldbränden

Ramona/USA (RPO). Nach den Waldbränden droht den Menschen in Kalifornien jetzt Gefahr von anderer Seite: Die Luft ist durche die vielen Brände so verschmutzt, dass die Behörden den Menschen raten, in Gebäuden zu bleiben und die Klimaanlagen einzuschalten.

Satellitenbilder zeigten am Samstag dichten Qualm über der gesamten Region. Kinder sowie Menschen mit Herz- und Atemproblemen wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und die Klimaanlagen einzuschalten. Unterdessen erzielte die Feuerwehr bei der Bekämpfung der verbliebenen Waldbrände weitere Erfolge.

Besonders von der Luftverschmutzung betroffen waren die Berge von San Bernardino und Teile der Bezirke Orange und Riverside. Die Universitätsklinik in San Diego berichtete von einem Anstieg der Patienten mit Atembeschwerden. Dies sei wohl auf die Waldbrände zurückzuführen, sagte Sprecherin Jackie Carr. Bürgermeister Jerry Sanders kündigte für Sonntag ein Spiel der San Diego Chargers im Stadion an, das bisher als Auffanglager diente. Experten warnten jedoch die Fans, sie sollten sich angesichts der Luftverschmutzung überlegen, das Spiel im Fernsehen anzuschauen.

Die Feuerwehr war in der gesamten Region weiterhin mit tausenden Löschkräften im Einsatz, das Schlimmste schien jedoch überstanden zu sein. Noch immer loderten Flammen, wie im Bezirk San Bernardino und in Lake Arrowhead östlich von Los Angeles. Leichter Regen unterstützte an einigen Orten die Löscharbeiten. Meteorologen rechneten allerdings für die kommenden Tage wieder mit trockenerem und heißerem Wetter. "Wir sind immer noch vorsichtig optimistisch", sagte Chris Caswell von der Feuerwehr im Bezirk Orange.

Die Zahl der offiziellen Todesopfer nach den Waldbränden stieg auf sieben. Die Behörden bestätigten, dass am Donnerstag die Leichen von vier mutmaßlichen Flüchtlingen nahe der mexikanischen Grenze gefunden wurden. Die mexikanische Regierung erklärte, elf Mexikaner würden in San Diego wegen Verbrennungen behandelt. Sie hatten versucht, während der Brände illegal die Grenze zu überqueren.

Gouverneur Arnold Schwarzenegger besuchte am Samstag eine Einsatzleitstelle der Feuerwehr im Santiago Canyon. Er kündigte Unterstützung für die Obdachlosen an und warnte vor Betrügern im Zusammenhang mit den anstehenden Schadenersatzanträgen bei den Versicherungen. Er sicherte außerdem zu, den oder die Brandstifter zu finden, die ganz in der Nähe ein Feuer gelegt hätten. Die Flammen zerstörten 14 Häuser und waren noch nicht gelöscht.

Tausende Menschen, deren Orte beim Herannahen der Feuer evakuiert worden waren, konnten inzwischen wieder zurückkehren. Rund 4.400 Menschen waren noch in 28 Notunterkünften untergebracht, andere harrten in ihren Autos auf Parkplätzen aus.

In Ramona im Bezirk San Diego mussten die zurückgekehrten Bewohner feststellen, dass die Löschmannschaften zwar ihren Ort vor den Flammen gerettet, dabei aber den ganzen Wasservorrat verbraucht hatten. Wer bei der Stadtverwaltung der 10.000 Einwohner zählenden Gemeinde telefonisch nachfragte, bekam eine Ansage vom Band zu hören: "Wir haben eine extreme Wasserkrise. Die Benutzung von Wasser ist nicht gestattet." Randy und Aimee Powers, die am Freitag zurückgekehrten, waren sich trotzdem sicher: "Es ist besser wieder zu Hause zu sein. Wir überstehen auch das und halten irgendwie durch", sagte Randy Powers.

Die Brände hatten in der zurückliegenden Woche zur größten Evakuierungsaktion in der Geschichte Kaliforniens geführt. Mehr als 200.000 Hektar Land wurden ein Raub der Flammen. Knapp 1.800 Häuser wurden zerstört.

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(ap)