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Freundin von George Floyd sagt in Prozess aus

Verhandlung in den USA : Freundin von George Floyd sagt in Prozess aus

Der Prozess rund um den getöteten George Floyd geht weiter. Jetzt sagte seine Freundin aus und sprach über ihre gemeinsame Zeit - und die gemeinsame Sucht.

Die Freundin des getöteten Schwarzen George Floyd hat im Prozess gegen den angeklagten früheren Polizisten Derek Chauvin ausgesagt. Courtney Ross weinte am Donnerstag im Zeugenstand. Sie erzählte, wie sie 2017 Floyd das erste Mal in einer Unterkunft traf, in der dieser als Wachmann gearbeitet habe. Sie beide hätten mit Schmerzmittelabhängigkeit gekämpft.

„Floyd und ich, beide, unsere Geschichte, es ist eine klassische Geschichte davon, wie viele Menschen von Opioiden abhängig werden“, sagte die 45-jährige Ross. „Wir haben beide unter chronischem Schmerz gelitten. Meiner war in meinem Hals und seiner war in seinem Rücken.“

Die Staatsanwaltschaft hatte Ross in den Zeugenstand gerufen, um den Geschworenen George Floyd als Mensch zu zeigen. Sie wollte offenbar auch damit den Drogenkonsum von Floyd erklären.

Der Weiße Chauvin wird beschuldigt, den damals 46-jährigen Floyd im Mai getötet zu haben, indem er etwa neun Minuten lang auf dem Hals des gefesselten Floyd kniete.

Die Verteidigung hat argumentiert, der Tod von Floyd gehe auf dessen illegalen Drogenkonsum, Vorerkrankungen und Adrenalin in dessen Körper zurück. Bei einer Autopsie wurde festgestellt, dass sich in Floyds Körper Fentanyl und Methamphetamin befanden.

Nach einer Überdosis von Floyd im Frühjahr habe sie mit ihm viel Zeit verbracht, sagte Ross. Während dieses Zeitraums sei Floyd clean gewesen. Sie vermute, dass er etwa zwei Wochen vor seinem Tod wieder Drogen genommen habe.

Der Tod von Floyd und Videoaufnahmen von seiner Festnahme, auf denen er unter dem Knie Chauvins immer wieder über Atemnot klagte, lösten teils gewaltsame Proteste aus.

(june/dpa)