Protestaktionen gegen Ökosteuer: Frankreichs Lkw-Fahrer behindern Autoverkehr

Protestaktionen gegen Ökosteuer : Frankreichs Lkw-Fahrer behindern Autoverkehr

Aus Protest gegen die geplante Ökosteuer für Lastwagen haben am Samstag in Frankreich hunderte Lkw-Fahrer mit Straßensperren wichtige Verkehrsachsen lahmgelegt. Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich 4500 Lastwagen an der Protestaktion, das Innenministerium sprach von 2200 beteiligten Lkw an 47 Aktionspunkten landesweit.

Die Lkw errichteten entweder Straßensperren oder sorgten mit Fahrten im Schneckentempo für Staus. Auch am Pariser Flughafen Roissy-Charles de Gaulle gab es eine Blockade, so dass nur hin und wieder Autos passieren konnten. Ein Sprecher des Spediteursverbands OTRE zeigte sich "zufrieden mit der Beteiligung". Auch von den Autofahrern, welche die Lkw-Fahrer passieren ließen, kämen zustimmende Reaktionen, sagte er.

Die schon seit Jahren geplante Ökosteuer für Lastwagen sollte eigentlich ab Januar kommenden Jahres erhoben werden. Nach heftigen Protesten hatte die sozialistische Regierung die Einführung zwar gestoppt, zugleich aber erklärt, sie halte an dem Vorhaben fest. Ziel der Maßnahme ist es, mehr Geld für die Verkehrs-Infrastruktur einzunehmen und den Gütertransport per Bahn zu fördern.

Gegen die Ökosteuer sowie für mehr Arbeitsplätze demonstrierten am Samstag auch hunderte Menschen in der Bretagne. An der Kundgebung in Carhaix beteiligten sich Dutzende Traktoren und Lastwafen, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Organisiert wurde die Kundgebung von den sogenannten Rotmützen, einer überparteilichen Protestbewegung aus Unternehmern, Arbeitern, Bauern und Handwerkern, die seit Wochen gegen den wirtschaftlichen Niedergang der nordwestfranzösischen Region mobil macht.

Für Samstag waren in Paris und anderen Städten überdies Demonstrationen gegen Rassismus geplant. Anlass waren rassistische Beleidigungen gegen die schwarze Justizministerin Christiane Taubira.

(AFP)
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