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Frankreich: Zustand des Belugawals in der Seine stabil

Verirrter Wal : Zustand des Belugawals in der Seine stabil

Ein stark abgemagerter Belugawal hat sich in die Seine verirrt und ist in eine Schleuse geschwommen. Die Präsidentin der Umweltorganisation Sea Shepard gab nun bekannt, dass es dem Wal soweit gut ginge, er jedoch noch immer nichts isst.

Obwohl er sich verirrt hat und unterernährt wirkt, befindet sich der vor ein paar Tagen in der Seine entdeckter Belugawal in einem stabilen Zustand. „Er ist munter, frisst aber weiterhin nichts“, sagte die Präsidentin der Umweltorganisation Sea Shepherd, Lamya Essemlali der Nachrichtenagentur AFP. Der Zustand des Tieres habe sich nicht verschlechtert. Dennoch schwindet bei Fachleuten die Hoffnung, dass der stark abgemagerte Wal noch gerettet werden kann.

Die Einsatzkräfte überlegen, das Tier aus der Seine zu ziehen, da ihm das dort stehende warme Wasser schadet. Normalerweise lebt die Art in arktischen Gewässern vor den Küsten Russlands, Alaskas und Kanadas. Eine Alternative ist nach Angaben der Behörden, die Schleuse, in der der Wal derzeit steckt, zu öffnen, damit er in Richtung Ärmelkanal schwimmen kann. Allerdings gebe es das Risiko, dass das Tier weiter flussaufwärts Richtung Paris schwimmt.

Der Belugawal war am Dienstag, 2. August 2022 erstmals in der Seine gesichtet worden und hatte am Freitag die rund 70 Kilometer von Paris entfernte Schleuse erreicht. In den vergangenen Tagen gab es mehrere Versuche, das abgemagerte Tier zu füttern, sie blieben aber erfolglos. Sein Appetitmangel könnte nach Einschätzung von Essemlali Anzeichen für eine Krankheit sein. Nach Angaben des französischen Pelagis-Observatoriums befindet sich die nächstgelegene Beluga-Population vor der Inselgruppe Spitzbergen nördlich von Norwegen und damit rund 3000 Kilometer von der Seine entfernt.

Es ist Experten zufolge erst das zweite Mal, dass sich ein Belugawal nach Frankreich verirrt hat. Beim ersten Mal hatte ein Fischer im Jahr 1948 in der Loire-Mündung einen Wal in seinen Netze entdeckt.

(joko/AFP)