1. Panorama
  2. Ausland

Frankreich: Haftstrafen für Millionenbetrug durch „falsche Minister“

Mit Maske verkleidet : Haftstrafen für Millionenbetrug durch „falsche Minister“ in Frankreich

Mehrere Kriminelle in Frankreich sind zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden: Die Betrüger gaben sich als Jean-Yves Le Drian aus - früher Frankreichs Verteidigungsminister, heute Außenminister - und ergaunerten sich so mehr als 50 Millionen Euro.

Der Hauptangeklagte Gilbert Chikli wurde am Mittwoch in Paris zu elf Jahren Haft und einer Geldbuße von zwei Millionen Euro verurteilt. Die Masche der Betrüger: Sie riefen Politiker, Konzernlenker oder Verbände an und baten dringend um finanzielle Hilfe für „geheime Operationen“ Frankreichs. Dabei gaben sie sich als Le Drian aus oder als ein enger Mitarbeiter. In manchen Fällen inszenierten sie sogar Videokonferenzen, in denen einer der Betrüger mit einer Le-Drian-Maske auftrat.

Als Gründe gaben die Kriminellen an, französische Geiseln in Syrien müssten freigekauft werden, oder es gehe um den Kampf gegen Terroristen. Drei Opfer bissen an. Die höchste Summe zahlte mit gut 47 Millionen US-Dollar der türkische Geschäftsmann und Milliardär Inan Kirac.

Drahtzieher war nach Überzeugung der Richter der 54-jährige Chikli, der die französische und israelische Staatsbürgerschaft hat. Er sprach nach dem Urteil von einem „Skandal“.

Sieben Jahre soll sein Hauptkomplize in Haft, der 35-jährigen Anthony Lasarevitsch. Er muss zudem eine Million Euro zahlen. Die beiden Männer bestritten in dem Prozess, den Coup in den Jahren 2015 bis 2017 mit Hilfe weiterer Komplizen durchgezogen zu haben.

Auch ihre nächste Betrugsmasche flog durch die Ermittlungen auf: Sie wollten sich als Prinz Albert II. von Monaco ausgeben, um noch mehr Geld zu erschwindeln.

(ala/AFP)