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Fortschritte bei Stillegung von Akw Fukushima

Akw Fukushima : Meeresboden vor Fukushima wird mit Betondecke abgedichtet

Vor dem verunglückten japanischen Atomkraftwerk Fukushima soll der Meeresboden mit einer 60 Zentimeter dicken Betonschicht abgedichtet werden. Der Kraftwerks-Betreiber will so eine weitere Kontaminierung des Ozeans verhindert werden.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat Japan "erhebliche Fortschritte" bei der Stilllegung des havarierten Atomkraftwerks Fukushima bescheinigt. Die Lage auf dem Gelände habe sich verbessert, in vielen Bereichen habe die radioaktive Verseuchung durch die andauernden Säuberungsarbeiten abgenommen, erklärte die UN-Behörde am Dienstag nach einem Kontrollbesuch in der Anlage.

Als "Meilenstein" bezeichnete sie die erfolgreiche Bergung aller abgebrannten Kernbrennstäbe aus einem Abklingbecken des vierten Reaktorblocks und lobte die Bemühungen zur Aufbereitung radioaktiven Wassers. Die Lage bleibe aber "sehr komplex" warnte die IAEA.

Das Atomkraftwerk war im März 2011 nach einem verheerenden Erdbeben und Tsunami schwer beschädigt worden, in einigen Reaktorblöcken kam es zur Kernschmelze. Seitdem kämpft der Betreiber Tepco mit der geplanten Säuberung von tausenden Tonnen kontaminierten Wassers, die zur Kühlung eingesetzt worden waren.

Zudem gibt es stetig einsickerndes Grundwasser, hochradioaktives Material muss sicher entsorgt werden. Bis das Atomkraftwerk endgültig stillgelegt werden kann, dauert es mindestens drei bis vier Jahrzehnte. Probleme bereiten Tepco vor allem die Unmengen verseuchten Wassers.

Bislang lagert es in Tanks auf dem Akw-Gelände, doch reichen die Kapazitäten nicht aus und weitere Speichermöglichkeiten sollen errichtet werden. Die IAEA rief Tepco jedoch dazu auf, nach einer "nachhaltigeren Lösung" zu suchen.Sie riet dazu, das kontaminierte Wasser ins Meer zu leiten, wenn es weitgehend von radioaktiven Bestandteilen gereinigt wurde.

Atomanlagen in aller Welt würden dies so handhaben - die Auswirkungen auf die Umwelt seien geringfügig. Auch viele Experten glauben, dass sich die Einleitung schwach kontaminierten Wassers langfristig nicht vermeiden lässt. Doch stößt diese Idee bei Umweltschützern, den örtlichen Fischern und benachbarten Ländern auf Widerstand.

(AFP)