Tote nach schweren Unwettern: Flut trifft Urlaubsregionen in Marokko

Tote nach schweren Unwettern : Flut trifft Urlaubsregionen in Marokko

Heftige Unwetter haben zu schweren Überschwemmungen in Marokko geführt. Mindestens 32 Menschen kamen in den Wassermassen ums Leben. Betroffen sind auch beliebte Urlaubsgebiete. Bilder aus der Katastrophenregion zeigen dramatische Szenen.

Nach Starkregen und Überschwemmungen sind im Süden Marokkos mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen. Allein nahe der Stadt Guelmin seien 24 Menschen zu Tode gekommen, teilte das marokkanische Innenministerium am Montag mit. Dutzende Häuser seien weggeschwemmt worden und Brücken eingestürzt.

In einem ausgetrockneten Flussbett sammelte sich eine Sturzflut und riss elf Menschen in den Tod. Fernsehbilder zeigten, wie die Wassermassen durch das Tal strömten und eine Autobahn überschwemmten.

Autos blieben in den Fluten stecken, die Insassen flüchteten auf die Dächer ihrer Fahrzeuge. Andere Wagen wurden mitgerissen, selbst ein schweres Lastauto stürzte um.

Nach Angaben von Armee und Polizei wurden 214 Menschen gerettet, 40 von ihnen in Hubschraubern. Unter den Geretteten waren zwei Franzosen. Auch im Ferienort Marrakesch schnitten die Fluten Straßen ab. Touristenbusse blieben im Wasser stehen.

Die Unwetter trafen auch beliebte Urlaubsregionen wie Agadir oder Ouarzazate.

Die Nachrichtenagentur MAP meldete unter Berufung auf das Ministerium, dass die Rettungskräfte mit mehr als 330 Booten und 130 Geländewagen im Einsatz seien. Sie wurden laut Ministerium unterstützt von Hubschraubern der Armee und der königlichen Gendarmerie. Die Hilfseinsätze wurden dadurch erschwert, dass rund hundert Straßen teilweise unpassierbar waren; auch sechs Autobahnen waren demnach betroffen.

Der Königspalast kündigte an, er werde für die Kosten zur Beerdigung der Toten und zur Pflege der Verletzten aufkommen. Auf den Titelseiten der Zeitungen waren Fotos von über die Ufer getretenen Flüssen zu sehen, die Bäume und Fahrzeuge mit sich rissen sowie Straßen und Brücken überschwemmten. Der zuvor ausgegebene Unwetteralarm wurde am Montagmittag aufgehoben.

Dem Fremdenverkehrsbüro von Ouarzazate zufolge wurden am Sonntagabend etwa 200 Touristen, die Hälfte von ihnen Franzosen, mit zwei Sonderflügen ausgeflogen. In den vergangenen Jahren hatten die Behörden die Warnsysteme in einigen Tälern des zum Teil mehr als 4000 Meter hohen Atlasgebirges verstärkt, insbesondere im Ourika-Tal südlich von Marrakesch. In diesem Tourismusgebiet hatte es bei Unwettern und Überschwemmungen 1995 hunderte Opfer gegeben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Marokko: Menschen fliehen vor reißenden Wassermassen

(AFP)
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