Flut nach Hurrikan Harvey in Texas - Kleinkind klammert sich an ertrunkene Mutter

Flutkatastrophe nach Hurrikan Harvey : Kleinkind klammert sich an ertrunkene Mutter

Nur langsam gibt die vom Hurrikan Harvey verursachte Flutkatastrophe in Texas ihr tödliches Ausmaß zu erkennen. Einen besonders erschreckenden Fund machten Rettungskräfte in Beamount: Sie fanden in einem Kanal ein durchnässtes kleines Mädchen, das sich an seine ertrunkene Mutter klammerte.

Ein Sprecher der Feuerwehr in Beamount sagte, die Mutter habe das 18 Monate alte Kind in Sicherheit bringen wollen. Der Wagen der Frau habe am Dienstnachmittag auf einem überschwemmten Parkplatz nahe der Interstate 10 festgesteckt. Ein Augenzeuge berichtete, dass die Frau ihre Tochter auf den Arm genommen und versucht habe, zu Fuß ins Trockene zu gelangen. Dabei sei sie von der Strömung erfasst und mitgerissen worden.

Als die Polizei und ein Rettungsteam der Feuerwehr die beiden etwa 800 Meter stromabwärts aufnehmen wollten, hielt sich das Kind noch an der Mutter fest, wie der Feuerwehr-Sprecher weiter sagte. Versuche, die Frau wiederzubeleben, seien erfolglos geblieben. Das Kind sei ins Krankenhaus gebracht worden, sein Leben sei nicht in Gefahr. Der Vater des Mädchens hielt sich nach Angaben der Feuerwehr zum Zeitpunkt des Unglücks nicht in der Stadt auf.

Vier weitere Todesfälle sind von den Behörden offiziell bestätigt worden. Zu den Toten gehört ein 34-jähriger US-Polizist. Er ertrank am Sonntagmorgen, als er zu seinem Dienstort in Houston fahren wollte. Rettungstaucher bargen seine Leiche aus einer überfluteten Unterführung.

Eine 89-Jährige war tot in ihrem Haus gefunden worden, in dem das Wasser 1,2 Meter hoch stand. Die Leiche einer 76-Jährigen trieb in den Fluten eines Autos, wie das forensische Institut des Harris County mitteilte. Ein 45-Jähriger habe sich aus seinem sinkenden Auto retten können und sei dann in das Wasser gefallen. Er sei bereits am Montag in einem Krankenhaus gestorben, so das Institut.

US-Medien berichten von weit höheren Zahlen. Von bis 30 Toten ist die Rede. Die genaue Zahl der Opfer ließe sich aber erst feststellen, wenn die Fluten zurückgehen und alle Leichen geborgen werden können, sagte die Feuerwehr.

(beaw/ap)
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