Flugchaos in New York: Lufthansa-Maschine dreht über Irland um

Arktische Kälte: Flugchaos in New York - Lufthansa-Maschine dreht über Irland um

Die extreme Kälte und die Auswirkungen eines schweren Wintersturms im Osten der USA haben am Samstag zu Chaos im Flugverkehr geführt. Eine Maschine aus Frankfurt drehte deshalb über Irland um - nach rund fünf Stunden Flug landete sie wieder in Frankfurt.

Besonders betroffen war der Flughafen JFK in New York. Mehr als 3420 US-Flüge waren verspätet, mehrere Maschinen auf Transatlantikstrecken kehrten auf halbem Weg wieder um. Die Internetseite Flightradar24 meldete, mindestens zwölf internationale Flüge hätten am JFK rund zwei Stunden auf ein Gate warten müssen. Viele Passagiere klagten über stundenlange Wartezeiten auf den Rollfeldern und anschließende Verzögerungen bei der Gepäckausgabe, was sich insbesondere für kleine Kinder und ältere Menschen als große Herausforderung dargestellt habe.

"Bin seit mehr als drei Stunden auf dem Rollfeld von JFK gestrandet", schrieb der Passagier einer Alitalia-Maschine, Chris Mendez, im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Mehrere Passagiere benötigen medizinische Hilfe, die Crew kommuniziert nicht, Babys schreien vor Hunger, und die Leute rufen vom Flugzeug aus die Polizei an."

"Verliere die Geduld", twitterte der Passagier eines Virgin-Atlantic-Flugs am Flughafen JFK, James Allen. Er habe drei Stunden auf dem Rollfeld und anschließend zwei Stunden am Gepäckband verbracht. "Zwei kleine Kinder, hungrig, durstig und müde, keine Toiletten und keine Hilfe bei der Gepäckausgabe, sehr unschön."

Von Frankfurt nach Frankfurt in fünf Stunden

Mehrere Maschinen auf Transatlantik-Strecken gaben bereits vor der Landung auf und machten kehrt. Dazu zählten laut Flightradar24 eine Lufthansa-Maschine aus Frankfurt und eine Maschine aus Wien, die wegen der "Auslastungsgrenze am JFK" über Irland und Großbritannien umdrehten. Eine Aeroflot-Maschine aus Moskau kehrte über Island um.

Ein Sprecher der Lufthansa bestätigte der "Bild"-Zeitung, dass eine Maschine der Airline auf dem Weg nach New York wieder umgedreht sei. Das Flugzeug sei in Frankfurt gestartet, sei dann aber nach etwa zwei Stunden Flugzeug wieder zurückgekehrt. Der Flughafen JFK habe mitgeteilt, "dass eine Abfertigung dort derzeit nicht möglich ist", sagte teilte das Unternehmen mit. Ein Passagier sagte der "Bild"-Zeitung, dass er sich schon gedacht habe, dass so etwas passieren könne. "Dann hieß es, wir fliegen los, aber drehen nach ein paar Stunden wieder um."

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Andere Flüge wurden umgeleitet, darunter eine Norwegian-Air-Maschine aus London, die 112 Kilometer nördlich von New York am Flughafen Stewart International landete. Ein Flugzeug der Japan Airlines aus Tokio wurde der Flug-Website zufolge nach Boston umgeleitet.

Arktische Kälte hält an

In Teilen der US-Bundesstaaten Connnecticut, Maine, Massachusetts, New Hampshire, New Jersey, New York, North Carolina, Rhode Island, Vermont und Virginia lag der Schnee mehr als 30 Zentimeter hoch, wie der US-Wetterdienst NWS mitteilte. Tausende Schneepflüge waren zur Räumung der Straßen im Einsatz.

In New York meldete der Wetterdienst am Samstag die niedrigsten jemals registrierten Tageshöchsttemperaturen. Der Hudson River war teilweise zugefroren. Die Behörden warnte vor Frostbeulen an nicht geschützter Haut binnen zehn Minuten. Am Mount Washington im Bundesstaat New Hampshire wurde am Samstag mit minus 37,8 Grad Celsius die zweitniedrigste Temperatur auf der Welt gemessen. In Kanada wurden für das nördliche Ontario und Québec minus 50 Grad Celsius vorhergesagt.

Den Behörden zufolge soll die arktische Kälte bis in die kommende Woche andauern. Für die Region von Kansas bis Tennessee wurde Eisregen vorhergesagt und vor glatten Straßen gewarnt. Durch die Kältewelle sollen bereits mehr als ein Dutzend Menschen ums Leben gekommen sein.

(wer)