Flüchtlinge: Türkei hindert 1300 Menschen an Überfahrt nach Griechenland

Flüchtlings-Aktionsplan mit EU: Türkei fängt 1300 Flüchtlinge ab

Erst einen Tag zuvor hatten sich EU und Türkei auf einen Flüchtlings-Aktionsplan geeignet. Nun stoppten die türkischen Behörden am Montag rund 1300 Menschen vor einer möglichen Überfahrt nach Griechenland.

Zudem seien während des Einsatzes in der Hafenstadt Ayvacik vier Schlepper gefasst sowie mehrere Flüchtlings - und Motorboote beschlagnahmt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Ayvacik ist Startpunkt für Fahrten zur griechischen Insel Lesbos.

Die festgenommen Migranten stammten Anadolu zufolge aus dem Iran, dem Irak sowie aus Afghanistan und Syrien. Sie wurden in Bussen zu einem Abschiebungslager gebracht, wie die private Agentur Dogan berichtete.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die Festnahmen als alarmierend. Sie warf den türkischen Behörden vor, seit September Dutzende Flüchtlinge gewaltsam zurück nach Syrien oder den Irak geschafft zu haben. "Das ist so illegal, wie es gewissenlos ist", sagte Andrew Gardner von AI.

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Erst am Sonntag hatten die EU und die Türkei einen Aktionsplan zur besseren Kontrolle der Flüchtlingsströme vereinbart. Gardner erklärte, die Festnahmen würden deshalb auch auf dem Gewissen der EU lasten. Ob der Einsatz direkt mit dem Aktionsplan zusammenhing, war allerdings unklar.

Hier erfahren Sie alles Wichtige zur Vereinbarung zwischen Türkei und EU.

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(lkö/lsa/ap)