1. Panorama
  2. Ausland

Flucht nach Europa: Hilfsorganisation meldet brutale Behandlung von Migranten in Kroatien

„Systematische Gewalt“ : Hilfsorganisation meldet brutale Behandlung von Migranten in Kroatien

Mitarbeiter einer dänischen Hilforganisation melden ein brutales Vorgehen kroatischer Sicherheitskräfte gegenüber Migranten, die von Bosnien aus in das EU-Mitgliedsland gelangen wollen. Es geht um systematische Gewalt und sexuellen Missbrauch.

Mitarbeiter einer dänischen Hilfsorganisation haben von einem brutalen Vorgehen kroatischer Sicherheitskräfte gegen Migranten berichtet, die von Bosnien in das EU-Mitgliedsland gelangen wollten. Migranten seien brutal und lange geschlagen worden, zudem habe es sexuelle Gewalt gegeben, sagte der Leiter des Dänischen Flüchtlingsrats (DRC) in Bosnien-Herzegowina, Nicola Bay, am Freitag der Nachrichtenagentur AP.

Mitarbeiter hätten in den vergangenen zehn Tagen 149 Flüchtlinge aus mehreren Ländern gesprochen, teilte Bay mit. Deren Aussagen zufolge wurden Migranten gezwungen, sich auszuziehen und nackt aufeinander zu legen. „In zwei Fällen haben wir Berichte über schweren sexuellen Missbrauch“, sagte er. Nach „extremen Misshandlungen“ seien die Migranten nach Bosnien zurückgeschickt worden.

Bay zufolge stammen die Angaben von mehreren Gruppen, die keinen Kontakt miteinander hatten. Sie enthielten dieselben Beschreibungen von Gewalt. „Die Ähnlichkeiten zwischen diesen Berichten sind wirklich gruselig, weil sie auf systematische Muster des Missbrauchs von Männern in schwarzen Uniformen mit schwarzen Sturmhauben zeigen“, sagte Bay.

DRC-Generalsekretärin Charlotte Slente fordere in einer schriftlichen Erklärung ein sofortiges Ende „systematischer Gewalt“. „Menschen derart zu behandeln kann und sollte von keinem europäischen Land oder EU-Institution akzeptiert werden - unabhängig von ihrem Migrantenstatus“, schrieb Slente.

(th/dpa)