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Florida: Walmart erhöht Midestalter für Waffenkäufer auf 21

Reaktion auf Blutbad in Florida : Walmart erhöht Mindestalter für Waffenkäufer

Die US-Kette Walmart hat nach dem Blutbad an einer Schule in Florida das Mindestalter für Käufer von Waffen auf 21 Jahre angehoben. Donald Trump spricht sich für schärfere Gesetze aus.

Wer jünger als 21 Jahre sei, dürfe in Zukunft keine Waffen oder Munition mehr in den Geschäften der Kette kaufen, teilte das Unternehmen Walmart mit. Zudem würden Waffen, die Sturmgewehren ähnlich seien, von der Webseite genommen. Zuvor hatte bereits der US-Sportartikelverkäufer Dick's Sporting Goods das Mindestalter für Waffenkäufer auf 21 erhöht.

Der Geschäftsführer von Dick's war die US-Waffenlobby National Rifle Association angegangen, indem er ein strengeres Waffenrecht forderte. Walmart erklärte, nach dem Massaker an einer High School in Florida mit 17 Toten sei die Firma ihre Richtlinien durchgegangen. Das Unternehmen nehme seine Pflicht ernst, ein verantwortungsvoller Verkäufer von Schusswaffen zu sein und "Sportler und Jäger zu bedienen".

Das Unternehmen stoppte den Verkauf von halbautomatischen Waffen wie dem Gewehr AR-15, mit dem der 19-jährige Attentäter von Florida seine Opfer erschoss, bereits 2015. Die neuen Walmart-Regelungen sollen auch für Online-Verkäufe gelten.

Trump will "Trauer in Taten verwandeln"

Donald Trump zeigte sich zwei Wochen nach dem Massaker entschlossen, das Waffenrecht zu ändern. "Wir können nicht warten und Spielchen spielen, wir müssen etwas tun", sagte der US-Präsident bei einem überparteilichen Treffen mit Senatoren und Abgeordneten, das vom Fernsehen übertragen wurde.

Donald Trump spricht mit Senatoren beider Parteien über Sicherheit an Schulen. Foto: rtr, KL/NL

Er sprach davon, "Trauer in Taten zu verwandeln" und forderte: "Wir müssen unsere Schulen abhärten." Dazu gehöre, bestimmte Lehrer mit Waffen auszustatten. Müssten Angreifer nicht befürchten, dass "auch Kugeln aus der anderen Richtung kommen", werde sich nichts ändern.

Außerdem wolle er Hintergrundüberprüfungen verbessern und verbieten, dass psychisch Kranke Waffen haben. Der Präsident sprach sich für das Heraufsetzen der Altersgrenze für Gewehre aus, die oft bei Überfällen auf Schulen verwendet werden. Auch in Florida schoss der Täter mit einem Sturmgewehr im Stil einer AR-15.

Man dürfe keine Angst vor der Waffenlobby NRA haben, sagte Trump. "Sie haben die Macht über mich verloren - wofür sollte ich sie brauchen? Aber sie haben Macht über Euch. Manche von Euch sind starr vor Angst. Das dürft Ihr nicht sein", sagte er in die Runde, in der vielen Republikanern die Gesichtszüge gefroren. Trump kamen im Wahlkampf Zuwendungen der NRA in Höhe von 30 Millionen Dollar zugute. In öffentlichkeitswirksamen, live übertragenen Runden gibt sich Trump jedoch oft völlig anders als davor und danach.

Schüler planen weitere Demonstrationen

Am Vortag waren die Schüler der Marjory Douglas Stoneman High School zum Unterricht zurückgekehrt. Seit dem Blutbad setzen sich zahlreiche überlebende Schüler vehement für eine Verschärfung des laxen US-Waffenrechts ein. Sie veranstalten Demonstrationen, treten im Fernsehen auf und versuchen, Druck auf Politiker auszuüben. Einige Schüler wurden von Präsident Donald Trump empfangen und sprachen mit Mitgliedern des US-Kongresses.

Für den 24. März planen die Schüler eine Großdemonstration in der Hauptstadt Washington: einen nationalen "Marsch für unsere Leben". Die jugendlichen Anti-Waffen-Aktivisten erhielten dafür prominente Unterstützung. Hollywood-Schauspieler George Clooney, Star-Regisseur Steven Spielberg, US-Talkqueen Oprah Winfrey und der Produzent und Ex-Disney-Chef Jeffrey Katzenberg kündigten an, die Großdemonstration durch Spenden zu unterstützen.

(juju)