„Ozean kann jetzt auch brennen“ Flammen im Golf von Mexiko nach Pipeline-Leck – Twitter-Nutzer sehen Klima-Bezug

Ciudad del Carmen · Wegen eines Gaslecks in einer Unterwasser-Pipeline hat es im Meer vor Mexiko gebrannt. Videos und Bilder verbreiteten sich rasant in sozialen Medien.

Das Feuer 150 Meter vor einer Bohrinsel der Ölförderanlage Ku-Maloob-Zaap im Golf von Mexiko sei am Freitag nach fünfeinhalb Stunden gelöscht worden, teilte der staatliche Erdölkonzern Pemex mit.

Videos, die offenbar den Brand zeigen, verbreiteten sich auch außerhalb Mexikos in sozialen Medien und wurden millionenfach aufgerufen. Manche Twitter-Nutzer bezeichneten die kreisförmig brodelnde Glut im Wasser als „Feuerauge“.

In Deutschland stellten viele Nutzer einen Zusammenhang des Vorfalls mit dem Klimawandel und dem Raubbau der Menschen am Planeten her. So zählte die Klimaaktivistin Theresia Crone gleich mehrere Extremwetterereignisse der vergangenen Tage auf und setzte den Brand ans Ende. „Ich präsentiere: Der Klimanotstand“, schrieb sie noch dazu.

Auch „Fridays for Future“-Aktivistin Luisa Neubauer argumentierte in diese Richtung. Etwas fatalistisch kommentierte Fabian Rohlfing den Vorgang: „2021 – das Jahr in dem wir den Ozean löschen mussten“.

Laut Plattform-Betreiber Pemex gab es weder Verletzte noch mussten Menschen in Sicherheit gebracht werden. Der Brand wurde demnach von Schiffen aus bekämpft und die Verbindungsventile in der Pipeline geschlossen. Der normale Betrieb sei wiederhergestellt, der Vorfall werde untersucht, hieß es. Der Chef der Energie- und Umweltbehörde Asea, Ángel Carrizales, schrieb auf Twitter, es sei kein Öl ausgetreten.

Pemex ist einer der am stärksten verschuldeten Energiekonzerne der Welt. Aufgrund fehlender Investitionen in moderne Technik fällt die Ölproduktion in Mexiko seit Jahren stetig. Der frühere Pemex-Chef Emilio Lozoya (2012-2016) wurde wegen Korruptionsvorwürfen angeklagt und vergangenen Juli von Spanien nach Mexiko ausgeliefert.

Im Jahr 1979 war es auf einer Pemex-Bohrinsel zu einem Ölausbruch gekommen, bei dem über knapp 300 Tage Schätzungen zufolge mindestens eine halbe Million Tonnen Öl in den Golf von Mexiko flossen. Ebenfalls dort löste 2010 eine Explosion der vom BP-Konzern geleasten Bohrinsel „Deepwater Horizon“ die bislang größte Umweltkatastrophe dieser Art aus. Mehr als 1000 Kilometer Küste wurden verschmutzt, Hunderttausende Tiere starben.

(hebu/dpa)
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