Ferguson: Todesschütze spricht von "reinem Gewissen"

Polizist Darren Wilson äußert sich in Interview: Todesschütze von Ferguson: "Ich habe ein reines Gewissen"

Der Polizist Darren Wilson, hat sich in einem Interview zu jenem Tag geäußert, an dem er in Ferguson den afroamerikanischen Teenager Michael Brown erschossen hat. Darin sagt er, er habe ein "reines Gewissen, weil ich weiß, dass ich meinen Job richtig gemacht habe".

Darren Wilson dürfte die Entscheidung der Grand Jury mit Erleichterung aufgefasst haben. Denn gegen den Todesschützen für Ferguson wird es keinen Prozess geben. Doch viele Menschen in den USA empören sich darüber, in gut 170 Städten gingen in der Nacht zum Mittwoch Menschen auf die Straße und demonstrierten gegen Rassismus und Polizeigewalt. Wilson selbst äußerte sich derweil in einem Interview mit dem US-Sender ABC News und erzählte seine Version jenes verhängnisvollen Tages, an dem der Teenager Michael Brown starb.

Es sei ein ganz normaler Tag gewesen, an dem er durch die Straßen von Ferguson gefahren sei, um sich etwas zum Mittagessen zu holen, erzählt Darren Wilson in dem Interview. Dann habe er Michael Brown und seinen Freund gesehen, wie sie mitten auf der Straße gelaufen seien und sie aus seinem Auto heraus aufgefordert, auf dem Bürgersteig zu gehen. Michael Browns Freund habe ihn ignoriert, während der Teenager, der später starb, ihm ein paar deutliche Worte zurief.

"Ich fühlte die immense Kraft, die er hatte"

Dann beschreibt der inzwischen beurlaubte Polizist, wie es aus seiner Sicht zu der Auseinandersetzung kam. Er habe sein Auto geparkt und den beiden den Weg versperrt. Als er habe aussteigen wollen, habe ihm Brown die Tür zugeschlagen. "Ich nutzte meine Tür, um ihn zurückzudrängen und schrie ihn an, er solle zurückgehen", so Wilson in dem Interview. Der Polizist bestreitet Zeugenaussagen, dass er den Teenager in sein Auto habe ziehen wollen. Auch sagt er, er habe nicht gewusst, ob die beiden bewaffnet seien.

Doch er sagt, dass Brown ihn zuerst angegriffen habe. Dass der erste Schlag ihn auf der linken Wange getroffen habe, später ein zweiter auf die rechte. Er habe um sein Leben gefürchtet und deshalb auf den 18-Jährigen geschossen. "Ich fühlte die immense Kraft, die er hatte", sagt Wilson. Es sei gewesen, als wenn ein Fünfjähriger Hulk Hogan festhalte. "Ich wusste nicht, ob ich noch so einen Schlag aushalte." Seine Angst sei gewesen, was mit ihm passiere, wenn er bewusstlos geschlagen werde.

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Dann berichtet er, wie er seine Waffe gezogen habe, um Brown zurückzudrängen. Und wie dieser versuchte habe, die Waffe gegen ihn selbst zu richten. "Er wollte mich töten", sagt der Polizist. "Es war die einzige Chance, die ich hatte", versucht er zu erklären, warum er geschossen hatte. Auch sei er geschockt gewesen über die Art und Weise, wie Brown insgesamt reagiert habe.

"Es tut mir leid, dass sie ihren Sohn verloren haben"

Der Polizist sagt zudem, er glaube nicht, dass er etwas anderes hätte tun können an jenem Tag. "Der Grund, warum ich ein reines Gewissen habe, ist, weil ich weiß, dass ich meinen Job richtig gemacht habe", betont er. Aber er verspüre Reue darüber, wie die Auseinandersetzung geendet habe. "Es tut mir leid, dass sie ihren Sohn verloren haben", sagt er in Richtung der Elten von Michael Brown. "Und es gibt nichts, was ich sagen könnte, damit es den Eltern besser geht."

Danach befragt, ob er auch so gehandelt hätte, wenn Brown weiß gewesen wäre, sagte der Polizist: "Ja, (...) keine Frage." Alles, was er sich nun aber wünsche, sei, dass er mit seiner neuen Frau "ein normales Leben" führen könne.

(das)
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