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Ferguson: Polizei reagiert mit weiteren Festnahmen auf Proteste

Wieder Ausschreitungen in Ferguson : Polizei reagiert mit weiteren Festnahmen auf Proteste

Proteste gegen die Geschworenen-Entscheidung im Fall Michael Brown haben in Ferguson zu mehreren Festnahmen geführt und den traditionellen Beginn der vorweihnachtlichen Einkaufszeit in den USA streckenweise lahmgelegt.

Ein belebtes Einkaufszentrum nahe Ferguson musste am sogenannten Black Friday wegen einer organisierten Demonstration ebenso geschlossen werden wie eine weitere Mall wenige Kilometer entfernt. Während es in mehreren US-Großstädten zu Protesten kam, schmissen gewalttätige Demonstranten in der Metropole San Francisco Schaufensterscheiben ein.

Bei einer eingangs friedlichen Demonstration vor dem Polizeidezernat von Ferguson eskalierten die Spannungen am späten Freitagabend (Ortszeit), nachdem die Polizei gesagt hatte, der Protest blockiere illegalerweise eine große Straße. Polizeisprecher konnten zunächst nicht sagen, wie viele Menschen festgenommen wurden.

In der Mall im Westen von St. Louis knapp 16 Kilometer südlich von Ferguson breiteten sich am Freitag mindestens 200 Demonstranten aus. Während die Protestler "Stoppt das Einkaufen und tretet der Bewegung bei" riefen, ließen etliche Ladeninhaber ihre Sicherheitstüren herunter. Die Behörden schlossen die Mall schließlich für knapp eine Stunde. Eine ähnliche Situation lösten etwa 50 Menschen mit einem Protest in einem Zentrum etwa zwölf Kilometer weiter westlich aus. Zu Festnahmen kam es in beiden Fällen nach ersten Informationen nicht.

Die Wut der Demonstranten richtet sich gegen die Entscheidung der Jury, den weißen Polizisten Darren Wilson, der im August in der Stadt Ferguson den unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Brown erschossen hatte, nicht vor Gericht zu stellen.

Ausschreitungen in weiteren US-Städten

In Chicago versammelten sich weitere rund 200 Menschen nahe dem Einkaufsviertel Magnificent Mile. Im Norden Kaliforniens wurden mehr als zwölf Personen festgenommen, nachdem rund 125 Demonstranten in T-Shirts mit der Aufschrift "Leben von Schwarzen sind von Bedeutung" versucht hatte, den Zugverkehr zwischen Oakland und San Francisco lahmzulegen. Auch in Seattle blockierten Dutzende Menschen Straßen.

Auch im Zentrum von San Francisco gingen Hunderte Demonstranten aus Protest gegen die angezweifelte Jury-Entscheidung auf die Straße. Wie der Fernsehsender KGO-TV in der Nacht zum Samstag berichtete, benutzten einige der Protestler Hammer, um damit die Schaufenster von Geschäften im zentralen Einkaufsviertel Union Square einzuschlagen. Anschließend wurden die gewalttätigen unter den Demonstranten von der Polizei daran gehindert, die Beleuchtung eines großen Weihnachtsbaumes in dem beliebten Stadtteil zu zerstören.

Anderswo war der Zulauf eher gering. Im New Yorker Stadtteil Brooklyn war ein "Hände hoch, nicht schießen"-Protest angekündigt, doch niemand kam, um zu demonstrieren. Am "Black Friday", dem Tag nach Thanksgiving, locken Einzelhandelsketten Kunden mit besonders günstigen Schnäppchen in die Läden.

Seit der Entscheidung der Geschworenen am Montag, Wilson nicht anzuklagen, ist es in Ferguson und in den ganzen USA zu Protesten gekommen. Nach einer ersten Krawallnacht beruhigte sich die Lage aber grundsätzlich wieder.

(ap)