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Anschlag in Washington verhindert: FBI fasst Terroristen am Kapitol

Anschlag in Washington verhindert : FBI fasst Terroristen am Kapitol

Die US-Bundespolizei FBI hat in Washington einen Terrorverdächtigen festgenommen, der Behördenangaben zufolge im Kapitol einen Selbstmordanschlag verüben wollte. Bei dem Festgenommenen handle es sich um einen 29 Jahre alten Marokkaner, teilte das US-Justizministerium mit. Er wurde im Verlauf verdeckter Ermittlungen gefasst, als er sich bereits auf dem Weg zum Kapitol befand.

Undercover-Agenten, die der Mann fälschlicherweise für Angehörige des Terrornetzwerks Al-Kaida hielt, fuhren mit dem Terrorverdächtigen in ein Parkhaus nahe des Kapitols, wie das Justizministerium mitteilte. Dort nahm der Verdächtige eine Automatikwaffe an sich und zog sich eine Weste an, "von der er glaubte, sie enthalte eine funktionsfähige Bombe". Laut FBI war die Sprengstoffweste aber "nicht funktionsfähig". Zu keiner Zeit habe eine Gefahr für die Öffentlichkeit bestanden. Der Mann wurde festgenommen, noch bevor er das Parkhaus verließ.

Nach Angaben des Justizministeriums glaubte der 29-Jährige, mit Al-Kaida zusammenzuarbeiten, den Anschlagsplan habe er aber alleine entworfen. Er soll mehrere verschiedene Ziele für einen Anschlag erwogen haben, unter anderem Einrichtungen des US-Militärs und eine Synagoge, sich dann aber für das Kapitol entschieden haben, in dem der US-Kongress tagt.

Einen Monat lang spähte er das Gebäude laut Justizministerium aus. Ein angebliches Al-Kaida-Mitglied - bei dem es sich tatsächlich um einen Undercover-Agenten handelte - bat er den Behörden zufolge, seine Sprengstoffweste ferngesteuert detonieren zu lassen, sollte er am Eingang des Gebäudes Schwierigkeiten mit den Sicherheitskontrollen haben. Er habe im Kapitol "Menschen erschießen und eine Bombe hochgehen" lassen wollen, erklärte das Ministerium.

Der Marokkaner, der illegal im US-Bundestaat Virginia lebte, wurde einige Stunden später einem Bundesrichter vorgeführt. Ihm wird vorgeworfen, einen Anschlag mit einer Massenvernichtungswaffe geplant zu haben. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.

Nach Angaben des US-Kongresses gab es in den USA zwischen Mai 2009 und Anfang Februar dieses Jahres Festnahmen im Zusammenhang mit 36 mutmaßlichen Anschlagsplänen. Zwischen dem 11. September 2001 und Mai 2009 wurden lediglich 21 solcher Anschlagspläne aufgedeckt.

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(AFP)