Fashion-Show in Miami: Bikini-Model stillt ihr Baby auf Laufsteg

Fashion-Show in Miami : Model stillt Baby auf Laufsteg

Das US-Model Mara Martin hat während eines öffentlichen Auftritts bei einem Bademode-Contest ihre Tochter gestillt. Der Auftritt löste im Internet Diskussionen aus.

Models sind für gewöhnlich Einzelkämpfer. Sie stehen im Rampenlicht, laufen den Catwalk entlang und lächeln für die Kamera. Die US-Amerikanerin Mara Martin hat am Wochenende allerdings bereitwillig den Laufsteg geteilt: Bei der „Sports Illustrated Swimsuit Fashion Show“, einem Bademode-Wettbewerb, in Miami trug sie ihre fünf Monate alte Tochter Aria auf dem Arm.

Die Fotos der Show sorgen im Internet für Diskussionen: Bei ihrem Auftritt war die rechte Brust der 30-Jährigen aus Michigan unbedeckt. Während sie in einem goldenen Bikini barfuß über den Catwalk lief, stillte sie ihre Tochter. Aria hatte Kopfhörer auf und schien vom vielen Blitzlicht nichts mitzubekommen.

Für ihren Auftritt bekommt das Model auf Instagram viel Zuspruch. „Das ist ein weiterer Schritt, um Stillen zu normalisieren“, schreibt eine Nutzerin. „Du bist eine Heldin für Frauen.“ Eine andere kommentiert: „Wir brauchen mehr Frauen wie dich. Zu stillen bedeutet nicht, dass man nicht professionell im Job sein kann.“ Auch Model-Kollegin Haley Kalil reagierte: „Das ist so stark.“

Im Netz hagelte es aber auch Kritik: Einige User bezeichneten den Auftritt als „unnötig“ und „übertrieben“ oder warfen ihr vor, mit der Aktion nur Aufmerksamkeit zu suchen.

Mara Martin bezog Stellung zu ihrem ungewöhnlichen Auftritt und schrieb am Dienstag auf der Fotoplattform Instagram: „Ich kann nicht glauben, dass ich Schlagzeilen mit mir und meiner Tochter mache mit etwas, das ich jeden Tag tue.“ Sie hoffe, dass das Stillen durch ihren Auftritt Normalität werde.

Hintergrund der Aktion ist eine aktuelle Debatte aus den Vereinigten Staaten: Die Weltgesundheitsorganisation ruft zum Stillen von Säuglingen auf, während sich die US-Regierung laut der „New York Times“ dagegen ausspricht. Ihren Widerstand begründen die USA demnach damit, dass viele Frauen nicht stillen können und auf Nahrungsergänzungsprodukte zurückgreifen. Kritiker vermuten jedoch, dass die USA aus wirtschaftspolitischen Gründen handeln und ihre Haltung mit Säuglingsnahrungsproduzenten abgestimmt haben.

In der Vergangenheit haben sich zahlreiche prominente Frauen beim öffentlichen Stillen gezeigt. So posteten unter anderem die Sängerin Pink sowie die Models Miranda Kerr und Gisele Bündchen Fotos von sich und ihren Kindern. Die australische Politikerin Larissa Waters sorgte 2017 für Aufsehen, als sie ihr Kind während einer Parlamentssitzung im Plenarsaal stillte.

In Deutschland ist Stillen kein Streitthema; geschieht es öffentlich, wird es jedoch auch kontrovers debattiert: So wurde 2015 eine Frau im Hamburger Nahverkehr vom Fahrer aufgefordert, ihr Kind an einem anderen Ort zu stillen. Im Jahr 2016 wollte ein Berliner Café-Besitzer keine öffentlich stillende Kundin. Daraufhin stellten sich das Bundesfamilien- sowie das Bundesernährungsministerium auf die Seite der Mutter. Es folgten Kampagnen der Nationalen Stillkommission mit den Botschaften „Stillen ist gesund“ und „Stillen wird überall akzeptiert“.

(mba)