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Fall Nicky Verstappen: Angeklagter bittet um "weises" Urteil

Mordfall Nicky : Angeklagter bittet um „weises“ Urteil

Der Angeklagte im Fall des getöteten elfjährigen Jungen Nicky Verstappen hat um ein „weises Urteil“ gebeten. Nicky war vor 22 Jahren an der deutsch-niederländischen Grenze tot aufgefunden worden. Der Angeklagte bestreitet die Tat.

Der Angeklagte im Prozess um die Tötung des elfjährigen Jungen Nicky Verstappen hat seine Richter um ein „weises“ Urteil gebeten. „Sie beschließen darüber, wie mein weiteres Leben aussehen wird“, sagte der 57-jährige Jos B. am Freitag zum Abschluss des letzten Verhandlungstages vor dem Gericht in Maastricht.

Nicky war vor 22 Jahren in der Brunssummerheide in der Nähe der deutsch-niederländischen Grenze bei Aachen tot gefunden worden. B. soll den Jungen entführt, sexuell missbraucht und getötet haben. Die Staatsanwaltschaft hat mindestens 15 Jahre Gefängnis gefordert, die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Das Gericht setzte die Urteilsverkündung am Freitag für den 20. November an. Der Fall hatte die Niederlande tief erschüttert und auch in Deutschland Bestürzung ausgelöst.

Der Angeklagte hatte vor Gericht ausgesagt, dass der Junge schon tot gewesen sei, als er ihn gefunden habe - er habe mit dem Verbrechen nichts zu tun. Die Mutter und Schwester von Nicky hatten B. in einem emotionalen Aufruf im Gerichtssaal aufgefordert, seine Schuld zu bekennen. Jos B. war 2018 in Spanien festgenommen und in die Niederlande ausgeliefert worden. Die Ermittler waren ihm nach einem Massen-Gentest auf die Spur gekommen. An der Leiche von Nicky waren 27 Spuren entdeckt worden, die alle mit der DNA des Angeklagten übereinstimmen sollen.

(sed/dpa)