Extinction Rebellion: Polizei in London nimmt 500 Aktivisten fest

Weil sie Straßen und Brücken blockiert haben : Polizei in London nimmt mehr als 500 Klima-Aktivisten fest

Die britische Polizei hat zahlreiche Anhänger der Bewegung „Extinction Rebellion“ festgenommen, weil sie Straßen und Brücken im Londoner Regierungsviertel blockiert haben. Die Sicherheitsvorkehrungen sollen auch verschärft werden, wenn die Queen das Parlament wiedereröffnet.

Binnen zwei Tagen hat die britische Polizei bis Dienstagabend in London mehr als 500 Klima-Aktivisten festgesetzt. Die Demonstranten der Bewegung „Extinction Rebellion“ sollen Straßen und Brücken in der Nähe des Regierungsviertels blockiert haben. Es gibt keine Angaben der Polizei, wie viele Demonstranten sich in der britischen Hauptstadt aufhalten. Britische Medien gingen von etwa 30 000 Teilnehmern in London aus. Sie kommen aus allen Teilen Großbritanniens – vom Norden Schottlands bis Südengland.

Auch in Deutschland sind Anhänger der Bewegung aktiv, in Berlin hatten sie am Montagmorgen etwa die Siegessäule blockiert. Dadurch wurde in Berlin ein Verkehrschaos ausgelöst. Weitere Proteste sollen auch in der deutschen Hauptstadt folgen.

Besonders viele Klima-Aktivisten von „Extinction Rebellion“ sind in Großbritannien aktiv. Nach einem Bericht des „Evening Standard“ will die Polizei dort angesichts der Proteste auch ihre Sicherheitsmaßnahmen erhöhen, wenn Königin Elizabeth II. am kommenden Montag das Parlament wiedereröffnet. Premierminister Boris Johnson hatte die Abgeordneten in eine fünftägige Pause geschickt. Die 93 Jahre alte Queen wird zur Eröffnung das Regierungsprogramm verlesen. Der Zeitung zufolge sollen Hunderte zusätzliche Polizisten die Königin schützen, die mit einer Kutsche vom Buckingham-Palast zum nahe gelegenen Parlament fahren werde. Der Palast wollte das zunächst nicht kommentieren.

Viele Demonstranten übernachteten in Zelten in der Nähe des Parlaments. Sie tanzten, trommelten und machten immer wieder mit Sprechchören auf sich aufmerksam.

Johnson appellierte an die Demonstranten, mit den Blockaden aufzuhören. Sie sollten mit ihren „nach Hanf riechenden Biwaks“ die Hauptstadt verlassen, sagte der Regierungschef am Montagabend bei der Vorstellung einer Biografie über die frühere Premierministerin Margaret Thatcher. Sicherheitsleute hätten ihn vor unkooperativen „crusties“ gewarnt, die die Straßen vermüllten. Im Englischen gibt es verschiedene Bedeutungen für „crusties“, unter anderem werden damit Mitglieder einer bestimmten Subkultur bezeichnet. Ob Johnson darauf anspielte, konnte eine Regierungssprecherin aber nicht sagen.

Bereits im April waren bei weitgehend friedlichen Protesten mehr als 1100 Anhänger der aus Großbritannien stammenden Bewegung „Extinction Rebellion“ in London festgenommen worden. Die Aktivisten gehen davon aus, dass die Proteste dieses Mal deutlich größer sein werden als im Frühjahr.

(cka/dpa)
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