Extinction Rebellion: Aktivisten wollen Londoner Flughafen lahmlegen

Vater von Boris Johnson lobt die Umweltschützer : „Extinction Rebellion“-Aktivisten wollen Londoner Flughafen für drei Tage lahmlegen

Die Klimaschützer wollen den London City Airport am Donnerstag ab 8 Uhr im „Hongkong-Stil“ blockieren. Die Polizei sieht sich gut vorbereitet. Der Vater des britischen Premierministers lobte die Aktivisten – ganz anders als sein Sohn.

Klimaaktivisten des Bündnisses „Extinction Rebellion“ wollen einen Flughafen in der britischen Hauptstadt London drei Tage lang lahmlegen. Die „friedliche“ Blockade des London City Airports werde am Donnerstag beginnen, teilte die Gruppe am Mittwoch mit. Der nahe der Innenstadt gelegene Flughafen kündigte derweil auf seiner Homepage an, er werde eng mit der Londoner Polizei zusammenarbeiten, um „die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten“ und „Störungen gering zu halten“.

Ab 8 Uhr (Ortszeit) am Donnerstag wollen die Aktivisten nach eigenen Angaben das Flughafenterminal im „Hongkong-Stil“ besetzen, indem sie sich vor die Türen zu Abflug- und Ankunftshallen setzen, legen oder sich dort ineinander verketten. Hunderte Menschen hätten ihre Teilnahme bestätigt und seien „bereit, ihre Freiheit für diesen Zweck zu opfern“, teilte das Bündnis mit.

Die Klima-Aktivisten bei einer Protest-Aktion am Mittwoch in London. Foto: AP/Frank Augstein

Die Aktivisten wollen sich von verschiedenen Londoner Protestorten ausgehend zusammenzuschließen und gemeinsam zum London City Airport marschieren. Sollte es ihnen nicht gelingen, ihre Protestaktion in den Innenräumen des Flughafens durchzuführen, würden sie „ihn von außen blockieren“, indem sie Bahnrouten und Autozufahrten versperrten, kündigte „Extinction Rebellion“ an.

Nach der Blockadeankündigung der Aktivisten rief der Flughafen Passagiere dazu auf, ihre Reisepläne nicht zu ändern, sich aber über ihre Flüge zu informieren. Von den fünf Londoner Flughäfen ist der London City Airport der am nahesten zur Innenstadt gelegene. Im vergangenen Jahr zählte er 4,8 Millionen Passagiere. Die Betreiber planen einen Ausbau des Flughafens. Ein Sprecher des Bündnisses verurteilte das Projekt, das unvereinbar sei mit den Klima-Zielen der britischen Regierung.

Seit Montag gehen die Aktivisten des Bündnisses Extinctin Rebellion in mehreren Ländern auf die Straßen, die Proteste sollen rund zwei Wochen dauern und insgesamt etwa 60 Städte betreffen. Nach Angaben der Londoner Polizei wurden seit Beginn der Demonstrationen mehr als 500 Menschen vorläufig festgenommen. In Bezug auf die angekündigte Blockade des Flughafens teilte die Polizei mit, sie sei gut auf solche Aktionen vorbereitet und könne Störungen rechtzeitig verhindern.

Stanley Johnson ist der Vater des britischen Premierministers. Er findet „Extinction Rebellion“ gut - im Gegensatz zu seinem Sohn. Foto: dpa/Jonathan Brady

Der Vater des britischen Premierministers Boris Johnson, Stanley Johnson, unterstützt die Umweltbewegung im Gegensatz zu seinem Sohn. „Was sie machen, ist enorm wichtig“, sagte der Senior am Mittwoch in London, nachdem er mit Demonstranten gesprochen hatte. Bemerkungen seines Sohnes über die Bewegung seien humorvoll gemeint gewesen, sagte der Vater. Boris Johnson hatte am Vortag unter anderem gesagt, die Demonstranten sollten mit ihren „nach Hanf riechenden Biwaks“ London verlassen.

(cka/AFP/dpa)
Mehr von RP ONLINE