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Explosion Beirut: Halbe Stadt von Schäden betroffen - bis zu 300.000 obdachlos

300.000 Menschen obdachlos : Halb Beirut von Schäden durch Explosionen betroffen

Die Schäden durch die verheerenden Explosionen in Beirut betreffen nach Angaben der Behörden fast die halbe Stadt. Die Bundesregierung werde das Technische Hilfswerk (THW) nach Möglichkeit noch am Mittwoch mit einem 47 Personen starken Team nach Beirut schicken.

Die Schäden durch die verheerenden Explosionen in Beirut betreffen nach Angaben der Behörden fast die halbe Stadt. Bis zu 300.000 Bewohner der libanesischen Hauptstadt seien durch die Zerstörungen obdachlos geworden, sagte Gouverneur Marwan Abud am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Die Höhe der Schäden schätzte er auf insgesamt drei bis fünf Milliarden Dollar.

„Ich denke, es gibt zwischen 250.000 und 300.000 Menschen, die jetzt ohne Zuhause sind“, sagte Abud und fügte hinzu: „Fast die Hälfte von Beirut ist zerstört oder beschädigt.“ Ingenieure und technische Experten würden noch eine offizielle Bewertung der Schäden vornehmen.

Bei den gewaltigen Explosionen am Dienstag starben nach jüngsten Angaben des Roten Kreuzes in der libanesischen Hauptstadt mindestens hundert Menschen, mehr als 4000 wurden verletzt.

Nach Regierungsangaben waren am Dienstagabend 2750 Tonnen beschlagnahmtes Ammoniumnitrat detoniert. Das Material sei seit sechs Jahren ohne Vorsichtsmaßnahmen in einem Lagerhaus am Hafen untergebracht gewesen. Regierungschef Hasan Diab kündigte an, die Verantwortlichen würden „zur Rechenschaft“ gezogen. Weshalb das Ammoniumnitrat explodierte, ist noch unklar. Die Substanz kann für Düngemittel oder zur Herstellung von Sprengstoff verwendet werden.

Die Bundesregierung will nach der gewaltigen Explosion in Beirut dem Libanon Hilfe anbieten. Der Krisenstab habe dazu am Mittwochvormittag getagt, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Es gebe verletzte Deutsche. Die genaue Zahl stehe aber noch nicht fest. „Die Lage vor Ort muss als chaotisch bezeichnet werden.“

Ein Sprecher des Innenministeriums ergänzte, das Technische Hilfswerk (THW) werde nach Möglichkeit noch am Mittwoch mit einem 47 Personen starken Team nach Beirut reisen. Es könne bei der Bergung von Verschütteten, Toten und Sachwerten helfen.

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, die Hintergründe der Explosion seien noch unklar. Deutschland habe keine eigenen Erkenntnisse dazu. „Die Corona-Pandemie erschwert natürlich die Zusammenarbeit.“

Durch die verheerende Explosion ist auch die dortige Niederlassung des Goethe-Institut stark beschädigt worden. Eine Mitarbeiterin wurde leicht verletzt, wie eine Sprecherin des Instituts am Mittwoch auf Anfrage in Berlin sagte. Die Frau befinde sich auf dem Weg der Besserung, weitere Menschen hätten sich zum Zeitpunkt der Explosion nicht in dem Gebäude aufgehalten.

Das Institut spiele gerade in den schwierigen Zeiten im Libanon eine wichtige Rolle für die Zivilgesellschaft, sagte die Sprecherin weiter. „Diese Katastrophe trifft unserer Arbeit hart. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Beirut ein Tag nach den erschütternden Explosionen

(mja/juw/AFP/REUTERS)