Escape Room-Drama in Polen: Verfahren gegen Designer eingeleitet

Erhebliche Sicherheitsmängel die Ursache? : Verfahren gegen Escape-Room-Designer nach Tod von fünf Mädchen eingeleitet

Der 28-Jährige hatte den Veranstaltungsort entworfen, an dem fünf 15-jährige Mädchen wegen eines Feuers gestorben waren. Er weist die Anschuldigungen zurück, wie seine Anwälte sagten.

Nach dem tödlichen Feuer in einem Veranstaltungslokal für sogenannte Escape Games hat die Staatsanwaltschaft im Norden Polens ein Ermittlungsverfahren gegen den Designer eingeleitet. Dem 28-Jährigen, der den Veranstaltungsort entwarf, an dem am Freitag fünf 15-jährige Mädchen ums Leben gekommen waren, werde unter anderem fahrlässige Tötung vorgeworfen, sagte Staatsanwalt Ryszard Gasiorowski am Sonntag. Bei einer Verurteilung drohen dem Designer acht Jahre Haft. Er weist die Anschuldigungen zurück, wie seine Anwälte sagten.

Bei Escape Games lassen sich Spieler freiwillig in einen Raum einschließen und müssen dort Aufgaben und Rätsel lösen, um ihn wieder verlassen zu können. Sie können das Spiel aber auch jederzeit abbrechen. Die fünf Mädchen hatten in einem dieser Räume in Koszalin im Norden Polens mit einem solchen Spiel einen Geburtstag gefeiert, als im Nebenraum ein Brand ausbrach. Grund war der Staatsanwaltschaft zufolge wahrscheinlich ein Leck an einer Gasflasche in einer Heizung. Die Mädchen starben an Kohlenmonoxid-Vergiftungen. Ein Angestellter wurde mit Brandwunden ins Krankenhaus gebracht.

Der 28-jährige Designer wurde festgenommen. Am (heutigen) Montag wurde eine Entscheidung zum Antrag der Staatsanwaltschaft erwartet, den Mann für drei Monate in Untersuchungshaft zu nehmen.

Wie der Chef der polnischen Feuerwehr, Leszek Suski, am Sonntag mitteilte, hatte der Escape Room in einem Privathaus in Koszalin, wo die Mädchen starben, keine Evakuierungsroute für Notfälle. 13 Veranstaltungsorte für Escape Rooms in Polen wurden wegen Sicherheitsmängeln geschlossen.

(dpa/mja)
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