1. Panorama
  2. Ausland

Ermittler entlasten Alec Baldwin – Bericht über Streit am Set: Tödlicher Schuss bei Western-Dreh

Tödlicher Schuss bei Western-Dreh : Ermittler entlasten Alec Baldwin – Bericht über Streit am Set

Der tödliche Schuss aus der Requisitenwaffe des Schauspielers Alec Baldwin gibt weiter Rätsel auf. Laut Ermittlern wusste der Schauspieler nichts von der scharfen Munition. Einem Bericht zufolge gab es kurz vor dem Unfall Streit am Set – über Sicherheitsmaßnahmen.

Vor dem tödlichen Schuss auf eine Kamerafrau hat ein Regieassistent nach Informationen aus Gerichtsdokumenten Hollywood-Schauspieler Alec Baldwin eine geladene Waffe übergeben. Die Waffe sei sicher, sagte der Regieassistent zu Baldwin, wie aus einem Untersuchungsbeschluss vom Freitag hervorging. Stattdessen habe die Waffe scharfe Munition erhalten und die Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich verletzt. Regisseur Joel Souza, der dem Beschluss zufolge hinter ihr stand, wurde verletzt.

Die Polizei in Santa Fe erwirkte den Durchsuchungsbeschluss am Freitag, damit die Ermittler den Tatort auf einer Ranch außerhalb von Santa Fe im US-Staat New Mexico dokumentieren konnten. Die Ermittler wollten Baldwins blutverschmiertes Kostüm für den Film „Rust“, die Waffe und andere Requisiten sowie eventuell vorhandenes Filmmaterial untersuchen.

Die Waffe war eine von dreien, die die Waffenmeisterin des Films, Hannah Gutierrez, auf einen Wagen außerhalb der Holzkonstruktion gelegt hatte, in der eine Szene gedreht wurde, wie es in den Unterlagen hieß. Der Regieassistent nahm die Waffe vom Wagen und brachte sie Baldwin, ohne zu wissen, dass sie mit scharfer Munition geladen war, wie ein Ermittler im Antrag auf den Durchsuchungsbefehl schrieb.

Es war unklar, wie viele Schüsse abgefeuert wurden. Gutierrez entfernte nach der Schießerei eine Patronenhülse aus der Waffe und übergab die Waffe der Polizei, hieß es in den Gerichtsakten.

Laut einem Bericht der "Los Angeles Times" hatte es wenige Stunden vor dem tödlichen Unfall Spannungen am Set gegeben. Sechs Mitglieder des Filmteams verließen demnach aus Ärger über die Arbeitsbedingungen die Dreharbeiten. Dem Bericht zufolge hatte auch Hutchins bessere Sicherheitsmaßnahmen gefordert.

Baldwin beschrieb den Tod der Kamerafrau als tragischen Unfall. Worte könnten seinen Schock und seine Trauer nicht beschreiben, schrieb Baldwin auf Twitter. Er kooperiere voll und ganz mit der Polizei. „Mein Herz ist gebrochen für ihren Mann, ihren Sohn und alle, die Halyna kannten und liebten.“

Es wurde keine Anklage erhoben, und der Sprecher des Sheriffs, Juan Rios, sagte, Baldwin sei ein freier Mann und dürfe auch reisen. Die Dreharbeiten für „Rust“ wurden eingestellt.

(csi/dpa/afp)