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Erdbeben in Mexiko: Mindestens sechs Tote bei Erdbeben der Stärke 7,5

Stärke 7,5 : Erdbeben in Mexiko - mindestens sechs Tote

Tausende sind im Süden Mexikos auf die Straßen geflohen. Eine Raffinerie an der Küste fing an zu brennen, selbst in der Hunderte Kilometer entfernten Hauptstadt wankten die Häuser.

Der Süden von Mexiko ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Das Zentrum des Bebens der Stärke 7,5 lag vor der Pazifikküste des Bundesstaates Oaxaca, 23 Kilometer südlich der Ortschaft Crucecita in einer Tiefe von fünf Kilometern, wie der seismologische Dienst des Landes am Dienstag mitteilte. Der Ort gehört zur Gemeinde Huatulco und ist ein beliebtes Urlaubsziel. Auch in Mexiko-Stadt - rund 750 Kilometer vom Zentrum des Bebens entfernt - war der Erdstoß zu spüren.

Mindestens sechs Menschen kamen in Oaxaca ums Leben, wie die Zivilschutzbehörde des südlichen Bundesstaates mitteilte. Rund 500 Wohnhäuser, 15 Gesundheitszentren, vier Schulen und vier archäologische Ausgrabungsstätten seien beschädigt worden, berichtete der Gouverneur Alejandro Murat am Abend (Ortszeit). Die Behandlung von Covid-19 und anderen Krankheiten gehe in allen Krankenhäusern normal weiter.

Das staatliche Erdölunternehmen Pemex meldete, das Beben habe an ihrer Raffinerie in der an der Pazifikküste gelegenen Stadt Salina Cruz ein Feuer ausgelöst. Ein Arbeiter sei verletzt, die Flammen aber rasch gelöscht worden. Auch Kirchen, Brücken und Autobahnen wurden beschädigt.

Das Beben ereignete sich um 10.29 Uhr am Vormittag (Ortszeit) laut US-Erdbebenwarte USGS in 26 Kilometern Tiefe entlang Mexikos südlicher Pazifikküste. Das Epizentrum lag bei Santa María Zapotitlán, mehr als 700 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt.

In der mexikanischen Hauptstadt waren Hubschrauber im Einsatz, die Polizei ließ Sirenen heulen. In manchen Gegenden fiel der Strom aus. Der ausgelöste Erdbebenalarm ließ der Bevölkerung in Mexiko-Stadt Berichten zufolge offenbar genügend Zeit, ihre Häuser zu verlassen. Große Gruppen Menschen hielten sich auch etwa eine Stunde nach dem Erdbeben eng beeineinander stehend draußen auf, viele ohne Schutzmasken gegen das Coronavirus. Vielerorts fiel auch in der Hauptstadt der Strom aus.

Neben dem Süden und dem Zentrum Mexikos war das Beben auch in Guatemala zu spüren. Dort warnte die nationale Katastrophenschutzbehörde vor einem möglichen Tsunami. Mit bis zu einem Meter hohen Wellen sei zu rechnen. Wer am Meer sei, solle sich vom Wasser wegbewegen.

In der mexikanischen Stadt Oaxaca wurden lokalen Medienberichten zufolge einige Gebäude beschädigt. In Huatulco berichtete Mari González vom Hotel Princess Mayev von zerborstenem Glas und Spiegeln. „Es war stark, sehr stark“, sagte sie. Gäste und Mitarbeiter hätten sich auch 45 Minuten später noch draußen aufgehalten, da es zu Nachbeben komme. Staatschef López Obrador sagte später, es habe mehr als 140 zumeist kleine Nachbeben gegeben.

Laut der US-Erdbebenwarte fühlten rund zwei Millionen Menschen eine starke bis moderate Erschütterung, weitere 49 Millionen hätten vermutlich eine schwache oder leichte Erschütterung gespürt.

In Mexiko ereignen sich immer wieder heftige Beben. Die gesamte Westküste des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der für seine seismische Aktivität bekannt ist.

Bei einem Beben der Stärke 7,1 kamen im September 2017 369 Menschen ums Leben, 228 davon in Mexiko-Stadt - damals lag das Epizentrum deutlich näher an der Hauptstadt. Das Unglück ereignete sich auf den Tag genau 32 Jahre nach dem stärksten Beben der jüngeren Geschichte, als 1985 in Mexiko-Stadt bei einem Erdstoß der Stärke 8,1 mindestens 10.000 Menschen gestorben waren.

(peng/dpa)