Entführung von Flug TWA 847: Festgenommener womöglich verwechselt

Entführung von TWA-Flugzeug im Jahr 1985 : In Griechenland festgenommener Libanese ist womöglich Opfer von Verwechslung

Ein aufgrund eines deutschen Haftbefehls in Griechenland festgenommener Libanese ist womöglich Opfer einer Namensverwechslung geworden. Er wurde verdächtigt einer der Entführer des Fluges TWA 847 im Jahr 1985 zu sein

Wie zwei libanesische Verantwortliche am Montag der Nachrichtenagentur AFP sagten, handelt es sich bei dem festgenommenen 65-Jährigen nicht um den eigentlich Gesuchten, der wegen einer Flugzeugentführung im Jahr 1985 zur Festnahme ausgeschrieben war.

Die griechische Polizei hatte mitgeteilt, einen wegen der Entführung von Flug TWA 847 gesuchten Libanesen festgenommen zu haben. Am Samstag erklärte die Polizei, die Festnahme sei aufgrund eines von Deutschland ausgestellten europäischen Haftbefehls erfolgt. Demnach wurde der Gesuchte wegen der Entführung der TWA-Maschine zwischen Athen und Rom gesucht sowie wegen einer Entführung im Jahr 1987.

Aus Diplomatenkreisen verlautete nun, dass der Festgenommene Mohamad Ali heiße und nicht Mohammed Saleh wie der Gesuchte. Dessen Vater habe Ali geheißen. Die Regierung in Beirut habe Kontakt mit Berlin aufgenommen und hoffe, dass der Bundesanwalt noch am Montag seiner Freilassung zustimmen werde. Der Journalistenverband in Beirut teilte mit, bei dem Festgenommenen handele es sich um einen libanesischen Journalisten.

Der Flug TWA 847 war am 14. Juni 1985 von einer Gruppe Extremisten auf dem Weg von Athen nach Rom entführt worden. Sie zwangen den Piloten mit 153 Passagieren und Crewmitgliedern an Bord, tagelang kreuz und quer über das Mittelmeer zu fliegen. Bei einem Stopp in Beirut erschossen sie am zweiten Tag einen 23-jährigen US-Soldaten und warfen seine Leiche auf das Rollfeld. Erst nach 17 Tagen gaben die Flugzeugentführer schließlich auf.

(anst/AFP)
Mehr von RP ONLINE