Enigma-Entschlüssler Alan Turing ziert neue britische 50-Pfund-Banknote

Gedenken an Code-Experten : Alan Turing ziert neue britische 50-Pfund-Banknote

Der Mann hatte entscheidenden Einfluss auf das Kriegsgeschehen im 2. Weltkrieg: Jetzt wird das Gesicht des Codeentschlüsselungsexperten und Vorreiters der Datenverarbeitung, Alan Turing, die neue 50-Pfund-Marke in Großbritannien zieren.

Der Gouverneur der britischen Zentralbank, Mark Carney, sagte am Montag über Turing, er sei „ein Riese“ gewesen, der vielen eine Grundlage geschaffen habe. Die neuen Noten aus haltbarerem Material sollen 2021 in Umlauf gebracht werden. Turing war 1954 nach dem Essen eines mit Zyanid vergifteten Apfels im Alter von 41 Jahren gestorben.

Im Zweiten Weltkrieg hatte Turing im geheimen Codeentschlüsselungszentrum Bletchley Park gearbeitet. Dort half er, geheime Codes von Nazi-Deutschland zu entschlüsseln, indem er einen Vorreiter moderner Computer schaffte. Turing entwickelte auch den „Turing Test“, um künstliche Intelligenz messen zu können.

Nach dem Krieg wurde er wegen damals illegaler Homosexualität strafrechtlich verfolgt. Er wurde unter Zwang mit weiblichen Hormonen behandelt. 2009 erhielt Turing posthum eine Entschuldigung der britischen Regierung und wurde 2013 königlich begnadigt. Turings Leben war Inhalt eines Films mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle.

Die 50-Pfund-Scheine sind die wertvollsten in Großbritannien. Die neuen Noten werden voraussichtlich ein Foto des Wissenschaftlers, mathematische Formeln, technische Zeichnungen und ein Zitat von Turing enthalten: „Dies ist nur ein Vorgeschmack dessen, was kommen wird, und nur der Schatten dessen, was sein wird.“

Die Geldscheine werden statt Papier aus sichererem und haltbarerem Polymer gefertigt sein. Vor der 50-Pfund-Note waren bereits die 10-Pfund- und 20-Pfund-Noten umgestaltet worden. Auf der 10-Pfund-Note ist die Schriftstellerin Jane Austen zu sehen, auf der 20-Pfund-Note der Künstler J.M.W. Turner.

(felt/dpa)