Scharia-Strafe im Sudan Dieb wird rechte Hand und linker Fuß amputiert

Khartum · Einem verurteilten Dieb sind im Sudan nach Angaben mehrerer Menschenrechtsorganisationen zur Strafe für sein Vergehen die rechte Hand und der linke Fuß amputiert worden.

Das Urteil nach dem islamischen Recht der Scharia sei von Medizinern im Dienst der sudanesischen Regierung vollstreckt worden, erklärte Human Rights Watch am Mittwoch unter Berufung auf "zuverlässige Quellen". HRW äußerte sich auch im Namen der Organisationen African Centre für Justice and Peace Studies, REDRESS sowie Physicians for Human Rights.

Der 30-Jährige war demnach wegen eines bewaffneten Raubüberfalls auf ein Fahrzeug mit mehreren Passagieren verurteilt worden. Die Amputationen fanden den Angaben zufolge bereits Mitte Februar auf Anordnung der Justiz in einem Krankenhaus des Innenministeriums in der Hauptstadt Khartum statt. Die Scharia gilt im Sudan seit 30 Jahren. Trotzdem sind Amputationen selten. Den Menschenrechtsorganisationen zufolge geht der letzte derartige Fall bis ins Jahr 2001 zurück. HRW forderte ein Ende dieser "grausamen und unmenschlichen" Strafen.

(AFP/felt)
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