Insgesamt schon 31 Tote Deutscher stirbt bei Schneesturm im Himalaya

Kathmandu · Durch einen heftigen Schneesturm im Himalaya sind nach jüngsten Angaben mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch ein Deutscher.

Mount Everest – wunderschön und gefährlich
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Foto: afp, pm/fk/RC

Zu dutzenden Wanderern bestand auch am Donnerstag weiterhin kein Kontakt, wie die nepalesischen Bergungskräfte mitteilten. Die Suche nach Vermissten wurde unter anderem mit Hubschraubern fortgesetzt.

Insgesamt wurden nach Behördenangaben 27 Leichen von Wanderern geborgen. Identifiziert worden seien ein Deutscher, drei Inder, zwei Israelis, vier Kanadier, acht Nepalesen, ein Pole und ein Vietnamese. Die drei weiteren Leichname seien hingegen noch nicht identifiziert worden. Drei nepalesische Yak-Hirten seien ebenfalls tot.

Zudem seien vermutlich auch fünf Bergsteiger, deren Lager von einer Lawine getroffen worden sei, ums Leben gekommen. Nach den beiden Slowaken und drei Nepalesen werde mit Hubschraubern gesucht. Es gebe aber "keinerlei Lebenszeichen", sagte Polizeisprecher Ganesh Rai. "Wir vermuten, dass sie tot sind."

Insgesamt 43 Wanderer seien bereits gerettet worden, sagte Rai. Die Bergungskräfte konzentrierten ihre Suche vor allem auf den beliebten Rundwanderweg am 8091 Meter hohen Annapurna. Die Region war am Dienstag von einem Schneesturm heimgesucht worden, einem Ausläufer des Zyklons "Hudhud", der in Indien schwere Verwüstungen angerichtet hatte.

Etwa 50 Wanderer und einheimische Bergführer konnten sich nach Behördenangaben in zwei Hütten retten, wo sie auf Hilfe warteten. ein US-Bürger, zu dem eine Handyverbindung zustande kam, gab an, dass niemand am Dienstag mit einem Schneesturm gerechnet habe, dieser dann aber rasch heraufgezogen sei. Demnach lösten sich zahlreiche Felsbrocken und Lawinen.

Mindestens 168 ausländische Touristen waren in der Region unterwegs, als das Unwetter hereinbrach, zudem vermutlich weitere Nepalesen, die sich nicht registrieren müssen. Viele Gerettete litten unter Erfrierungen und wurden in Kliniken nach Kathmandu gebracht. Die Suche nach den Vermissten sei schwierig, weil die Mobilfunkverbindungen schlecht seien, sagte Rai.

Der Oktober ist gewöhnlich einer der besten Monate für Wanderungen am Annapurna und lockt jedes Jahr tausende Bergsteiger an. Im April waren am Mount Everest 16 Menschen durch eine Lawine getötet worden. In einem bislang beispiellosen Schritt wurden daraufhin alle geplanten Expeditionen auf den höchsten Berg der Welt ausgesetzt.

(AFP)