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USA: Deutsche Schulverweigerer erhalten kein Asyl

USA : Deutsche Schulverweigerer erhalten kein Asyl

Kein Asyl in den USA: Eine Familie aus Baden-Württemberg, die ihre Kinder aus religiösen Gründen nicht auf eine Schule schicken will, gilt laut einem amerikanischen Gericht nicht als politisch verfolgt. Aber die Romeikes geben nicht auf.

Ein streng religiöses Elternpaar mit fünf Kindern aus Baden-Württemberg ist mit seinem Asylantrag in den USA gescheitert.

Der Familie könne nach amerikanischem Recht keinen Schutz vor der Schulpflicht in Deutschland gewährt werden, entschied ein Berufungsgericht in Cincinnati (Ohio). Das am Mittwoch bekanntgewordene Urteil bestätigte eine Entscheidung des US-Justizministeriums.

Die Familie aus Bissingen an der Teck in der Nähe von Stuttgart war 2008 in die USA geflohen, weil sie ihre Kinder in Deutschland nicht zu Hause unterrichten durfte. Uwe Romeike und seine Frau Hannelore hatten ihre drei ältesten Kinder 2006 aus religiösen Gründen aus der Grundschule genommen und damit gegen die Schulpflicht verstoßen.

Die Behörden verhängten deshalb Zwangsgelder in Höhe von mehreren Tausend Euro. Die Romeikes, die sich als evangelikale Christen verstehen, sahen eines ihrer fundamentalen Grundrechte verletzt.

2010 hatte ein US-Gericht dem Asylbegehren der Romeikes stattgegeben, doch das Justizministerium nahm die Entscheidung später wieder zurück. In dem Urteil des Berufungsgerichtes heißt es nun, dass die amerikanische Verfassung kein Asyl für Antragsteller vorsehe, die in ihrer Heimat gegen "allgemein anwendbare Gesetze" verstoßen und deshalb Probleme mit der Justiz haben.

Bei Heimschülern handele es sich nicht um eine spezielle Gruppe, die wegen ihrer Rasse, Religion oder anderer Merkmale heraus steche und deshalb politisch verfolgt werde.

Die US-Unterstützungsgruppe für Heimunterricht HSLDA kritisierte das Urteil. "Das Gericht ignorierte Berge an Beweisen", dass deutsche Behörden harte Bußgelder gegen Schulverweigerer verhängten und dass die betroffenen Eltern um ihr Sorgerecht fürchten müssten, sagte der HSLDA-Direktor Mike Donnelly laut einer Mitteilung.

Die Organisation kündigte an, den Gerichtsentscheid anzufechten. "Amerika hat Platz für diese Familie, und wir werden alles tun, was wir können, um ihnen zu helfen", sagte der HSLDA-Gründer Michael Farris.

(dpa/csr/csi)