Der wohl größte Insekten-Diebstahl aller Zeiten: 7000 exotische Krabbler aus Museum gestohlen

7000 exotische Krabbler fehlen : Das ist der wohl größte Insekten-Diebstahl aller Zeiten

Die Liste der gestohlenen Insekten dürfte für manchen wie ein Albtraum klingen: Kakerlaken, Taranteln und Skorpione wurden aus einem amerikanischen Museum gestohlen. Darunter auch Exemplare der tödlichsten Spinnenart der Welt.

Mehr als 80 Prozent der Ausstellungsstücke des „Philadelphia Insectarium und Butterfly Pavillion“, einem Museum für seltene Insektenarten, wurden gestohlen. Wie der Name schon verrät, handelt es sich bei den gestohlenen Exponaten nicht um Gemälde oder Vasen, sondern um lebende Tiere.

7000 lebende Insekten exotischer Art wurden entwendet, darunter Exemplare folgender Arten:

  • die gestreifte Guatemala-Vogelspinne, zu erkennen an den weißen Streifen auf den schwarzen haarigen Spinnenbeinen,
  • der rotfleckige Meuchelmörder, eine (ungefährliche) Wanze,
  • der haarige Wüstenskorpion,
  • seltene Arten von Gottesanbeterinnen,
  • Schlangen,
  • Eidechsen
  • und die extrem giftige sechsäugige Sandspinne. Die Spinne gehört zu den giftigsten Spinnen weltweit. Ihr Biss kann ein Kaninchen in weniger als zwölf Stunden töten. Bei einem Menschen kann das Gift nicht nur Blutergüsse auslösen, sondern ganze Gewebeschichten abtöten (Nekrose). Zum Glück gilt das Tier als äußerst schüchtern. In europäischen Breitengraden hat es eigentlich auch nichts zu suchen. Die Spinne ist in den afrikanischen Wüsten Kalahari und Namib zuhause.

„Ich glaube nicht, dass es jemals einen so großen Diebstahl von lebenden Insekten gab“, sagt John Cambridge, der Museumsbesitzer gegenüber „CNN Online“. „Unsere Versicherung deckt den Diebstahl nicht ab. Warum auch? Sowas gab es niemals zuvor.“

Unbekannt sind die Diebe übrigens nicht. Laut Cambridge gibt es Videoaufnahmen, die mehrere Museumsmitarbeiter zeigen, wie sie die Insekten kistenweise aus dem Museum tragen - und zwar über mehrere Abende verteilt, wenn das Museum geschlossen war. Der Diebstahl ereignete sich bereits Ende August, wurde aber erst jetzt bekannt. Einige der Diebe hinterließen sogar eine Art Visitenkarte: Sie pinnten ihre Arbeitsuniform mit einem Messer an eine der Museumswände.

Ein paar Duzend der Insekten konnten daraufhin in der Wohnung eines Mitarbeiters von der Polizei gefunden werden. Von den meisten Tieren fehlt jedoch bislang jede Spur. „Man kann sie sehr gut verkaufen. Die Nachfrage ist groß, viele wollen exotische Haustiere und präsentieren sie auf speziellen Insekten-Shows“, sagt Cambridge.

Aufgrund des Diebstahls musste das Museum nun zwei von drei Ausstellungshallen schließen, nämlich das sogenannte „Insectarium“.

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