Dean Potter Extremsportler stirbt bei Wingsuit-Sprung im Yosemite-Park

Düsseldorf · Sich in Lebensgefahr zu bringen, war sein Job. Der bekannte US-Extremsportler Dean Potter ist am Wochenende bei einem Unfall im Yosemite-Nationalpark ums Leben gekommen. Ein Sprung mit einem Flügelanzug in eine enge Schlucht wurde ihm zum Verhängnis.

Wingsuit-Springen gilt als eine der gefährlichsten Extremsportarten. Mit einem speziellen Anzug, an dem zwischen Armen und Beinen Stoffflächen angebracht sind, stürzen sich die Sportler schwindelerregende Abhänge hinab. Erst in letzter Minute öffnen sie ihren Fallschirm. Besonders gefährlich ist das sogenannte "Proximity Flying", bei dem der Springer versucht, möglichst nah an einer Felskante entlangzufliegen. Immer wieder gibt es dabei tödliche Unfälle.

Der 43-Jährige Potter war einer der bekanntesten Extremsportler der USA. Er stürzte sich nicht nur mit Wingsuits in die Tiefe, er war auch für besonders gefährliche Kletteraktionen bekannt. Seine Disziplin: Das sogenannte Free Solo, also Klettern ohne jegliche Sicherung.

Potter erfand sogar eine neue Kletter-Disziplin: Free Base, eine Mischung aus den beiden wohl tödlichsten Extremsportarten, dem Free-Solo-Klettern und dem Base-Jumping. Das heißt: Potter kletterte die gefährlichsten Steilhänge ohne Seile oder sonstige Sicherungen hinauf. Seine einzige, wacklige Lebensversicherung für den Notfall: Der Fallschirm, den er im Notfall noch rechtzeitig zu aktivieren hoffte. Auf diese Weise bestieg er zum Beispiel die berüchtigte Eiger-Nordwand in der Schweiz.

Am Samstag waren Potter und sein Begleiter Graham Hunt am späten Nachmittag zu einem Wingsuit-Sprung im Yosemite-Nationalpark aufgebrochen. Wingsuit-Springen ist in dem US-Nationalpark verboten. Als Potter und Hunt nicht zurückkehrten, hofften Freunde und Angehörige der beiden Springer deshalb zunächst, die beiden seien nur verhaftet worden, berichtet das Magazin "Outside".

Am Sonntagmorgen zerschlugen sich dann alle Hoffnungen: Die Besatzung eines Hubschraubers entdeckte die Leichen der beiden Männer. Ihre Fallschirme hatten sich nicht geöffnet.

Potter, der mit seiner Freundin im Yosemite-Park lebte, war in der Kletterszene seit den 90er Jahren ein Star. Seitdem machte er immer wieder mit spektakulären Aktionen von sich reden.

Erst vor zwei Wochen hatte er bei Instagram über die Gefahren des Wingsuit-Springens geschrieben: "In den letzten Jahren hat es in der Wingsuit-Welt immer wieder tödliche Unfälle gegeben. Ich mache mir nicht vor, dass ich besser bin als meine Brüder und Schwestern, die gestürzt sind. Aber ich erhöhe meine Erfolgschancen und unternehme alles in meiner Macht stehende, um vorsichtig zu fliegen. Deshalb werde ich hoffentlich noch erleben, wie diese unglaubliche neue Outdoor-Kunst ihre Kinderschuhe hinter sich lässt."

(jco)
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